41. Historisches Sehusa Fest: Zum Auftakt gab es Regen

Vor dem Jagdschloss: Schlachtszene aus dem 30-jährigen Krieg.

Es ist seit 41 Jahren immer wieder dasselbe Spektakel und dennoch ist es von Jahr zu Jahr anders: Das Historische "Sehusa Fest" in Seesen hat Tradition und ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Wenn in Seesen Tilly´s Truppen ihr Lager aufschlagen, Ritter mittelalterliche Schwertkämpfe ausüben und die Schutten die große Steinschleuder für den Kampf fertig machen – dann ist wieder Zeit für das größte Historienfest Norddeutschlands. Beim jährlichen Sehusa Fest lassen die Seesener ihre Ahnen auferstehen und zeigen in spektakulären Bildern und Szenen die Geschichte ihrer Stadt. In der gesamten Region genießt das Historienfest den Ruf, etwas Besonderes zu sein. Das Eintauchen in die mehr als 1000-jährige Geschichte Sehusens – und diese hautnah zu erleben, lockte ein Mal mehr Abertausende Besucher nach Seesen.

Zum Auftakt kam der Regen, aber zu diesem Zeitpunkt waren schon mehrere Tausend Historienfans in Seesen und wenn das Sehusa Fest erst mal Fahrt aufnimmt, braucht es schon mehr als Regen um das Fest zu kippen. Trotz Wetterlage, füllte sich die Innenstadt immer mehr. Galt es doch, das historische Spektakel mitzuerleben und selbst ein Bad im Mittelalter zu nehmen. Bereits am Samstagmittag startete der historische Markt. Der Seesener Markt zur Renaissance im Schlosspark war gespickt mit allerlei Kram, Quacksalbern, Zahnbrecher, Zigeuner, Gaukler, Musikanten, Ackerbürgern, Landsknechte, Musketiere, Schutten, Herolde, Barbier, Ritter, Knappen, Marketenderinnen, Kanoniere, Gaukler, Landknechtswerbern und der schön legendären Rittertafel. Über 60 Handwerkskünste aus früherer Zeit konnten bestaunt und erlebt werden. Natürlich auch vieles käuflich erworben werden. Mit einer ungewöhnlichen Aktion sorgten die Seesener Ackerbürger bereits im Vorfeld des Festes für Gesprächsstoff. Die Ackerbürger wollten zwei ihrer unverheirateten Mägde „unters Volk” bringen. Die 49-jährige „Rubensfrau Bärbel“ und die 25-jährige „holde Magd Sarah“. Und sie taten es dann auch am Sonnabend gegen 18 Uhr im Lager der Seesener Ackerbürger. Mit besonderem Hinweis, dass die Versteigerung für ein „gegenseitiges Beschnuppern bei Speis und Trank“ im Lager gelte, schließlich ist ja alles nur ein „Spektakel“. Die Versteigerung war auf jeden Fall ein weiterer Höhepunkt des 41. Sehusa Festes.

Nur wenige Ecken weiter empfingen Badefrauen Gäste für ein wohlfeines Zuberbad. Es fehlte an nichts, Massagen, „Speyß und Trank“ - fast jeder Wunsch zum Wohlfühlen - wurde erfüllt. Nach und nach füllten sich die Straßen, Gassen und Wiesen auf dem Festareal weiter. Der typische Sehusa-Duft nach brennendem Holz und allerlei Köstlichkeiten machte sich in der Innenstadt breit. So konnte man sich an Gesottenem und Gebratenen in allen Varianten laben und sich mit leckeren Champignons, die in einer der großen Pfannen zubereitet wurden, eine Gaumenfreude bereiten. Überall brutzelten Steaks über dem offenen Feuer und auch Vegetarier kamen auf dem Fest nicht zu kurz. Nichts zu Spüren von den Schattenseiten einer der dunkelsten Zeit-Epochen der Geschichte. Ganz im Gegenteil: Die Stadt war bevölkert mit friedlichen Zeitreisenden, die ihren kurzweiligen Moment in Seesen in vollen Zügen genossen.