50 Jahre Elysée-Vertrag: Es lebe die Freundschaft!

Zum Jubiläum wurde ein französisches Vier-Gänge-Menü gereicht.
 

Club Carpentras: Frankophiler Abend am Jahrestag im Museum / Peter Bosse erzählt seine persönliche Geschichte

Aus Feinden sollten Freunde werden – das war das Ziel des Elysée-Vertrags von 1963. Die Aussöhnung zwischen Deutschen und Franzosen ist inzwischen gelungen. Es war ein bitterkalter Wintertag, als sich Frankreichs Präsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer im Elysée-Palast trafen. Paris liegt am Abend des 22. Januar 1963 früh im Dunkeln.
Die Regierungschefs und ihre Delegationen saßen sich in einem hell erleuchteten Salon mit Spiegeltüren und goldverzierten, cremefarbenen Wänden gegenüber. Ein paar letzte Erklärungen, dann unterschrieben Adenauer und de Gaulle das Abkommen über die deutsch-französische Zusammenarbeit, den „Elysée-Vertrag“. Ein historischer, ein hochemotionaler Moment.
50 Jahre und drei Tage später ist es erneut bitterkalt. Es ist Freitagabend. Und es ist erneut emotional. Der Partnerschaftsvererin Club Carpentras hat den Vertrag zum Anlass genommen, sich im Museum zu treffen, um bei französischen Weinen und kulinarischen Leckereien aus Frankreich an die Aussöhnung beider Völker zu erinnern.
Seit zehn Jahren schon lädt der Club im Januar zum Jahrestag des Élysée-Vertrags in das Städtische Museum ein. Nicht allein die typisch französische (Ess-) Kultur mit Käse und die dazu kredenzten Weine, sondern auch die anregenden Gespräche lassen den Abend zu einem kurzweiligen Ausflug in das „Savoir vivre“ Frankreichs avancieren.
Friedrich Orend begrüßte am vergangenen Freitag die rund 40 Gäste in den Räumlichkeiten des Museums und betonte, dass man die deutsch-französischen Verbindungen auch weiterhin aufrecht erhalten wolle.
Dann ging es ans Menü. Und da hatte der Club keine Kosten und Mühen gescheut. Mit Fischpastete und Tapenade noir sowie frischem Lachs wurde der Abend eröffnet. Weiter ging es mit Trüffelrührei und schließlich einem Provenzialischen Rinderschmortopf (Boef en daube à la Provence). So ließ man es sich gut gehen. Zum Aperitif wurde Champagner gereicht, französischer Rotwein rundete den Gourmet-Genuss ab. Doch nicht allein das Essen sollte im Blickpunkt stehen. Zwischen den einzelnen Gängen wurde es mitunter sehr still im Museum. Peter Bosse, Gründungsmitglied des Club Carpentras, erinnerte in einer kurzen Ansprache an seine ganz persönliche „deutsch-französische Geschichte“. So sei er als Jugendlicher zum Austausch nach Frankreich gekommen, habe sich dort mit einem jungen Franzosen angefreundet. Eine Freundschaft, die ein Leben lang halten sollte, mit der Besonderheit, dass sein Freund später Deutschlehrer in Frankreich, während er, Bosse, Französischlehrer in Deutschland wurde. Auch Friedrich Orend erinnerte hier und da an die Umstände, die zum Elysée-Vertrag führten. Und natürlich erinnerte er auch an die seit Jahren bestehenden Freundschaften zwischen den Seesenern und den Mitgliedern des franzöischen Partnerschaftsvereins in Capentras. Einen Dank schickte Friedrich Orend abschließend an alle, die sich für das Gelingen des Abends eingesetzt hatten. Besonders das vorzügliche Essen und die tolle Dekoration hatten dem Abend eine besondere Note verliehen.