6. Symposium der Klinik für Allgemein- und Unfallchirurgie – „Zucker und die Chirurgie!“

Die Referenten des 6. Symposiums (von links nach rechts): Dr. med. Thomas Werner, Prof. Dr. med. René Baumgartner, Dr. med. Hartmut Stinus und Dr. med. Oliver Rittmeyer

Ende September hatte die Klinik für Allgemein- und Unfallchirurgie zum Fachsymposium in die Asklepios Kliniken Schildautal geladen. Seit sieben Jahren gehört diese Veranstaltungsreihe im Mehrzwecksaal der Klinik zum regelmäßigen Fortbildungsangebot. Ärzte, Mitarbeiter und Interessierte waren der Einladung zum hochaktuellen Thema „Zucker und die Chirurgie“ gefolgt.

Die Zuckerkrankheit „Diabetes mellitus“ gilt als eine der wesentlichen Volkskrankheiten in den Wohlstandsgesellschaften. Man schätzt, dass in Deutschland ca. 7 Millionen Menschen daran erkrankt sind, die Dunkelziffer ist sicher höher. Somit kommt der Behandlung von Menschen mit „Diabetes mellitus“ eine große Bedeutung zu.

Auch in diesem Jahr konnten wieder, auch über die Landesgrenzen hinaus, bekannte Persönlichkeiten aus der Medizin als Referenten gewonnen werden.
Nach der Begrüßung der zahlreich erschienenen Besucher und der Referenten führte der Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Unfallchirurgie Herr Dr. med. Oliver Rittmeyer in das Thema ein. Herr Dr. med. Thomas Werner eröffnete die Vortragsreihe. Herr Dr. Werner leitet seit Beginn des Jahres 2015 das Diabeteszentrum in Bad Lauterberg und gilt als ausgewiesener Spezialist in der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Das Diabetische Fußsyndrom war daher auch zentrales Thema seines Vortrages, da bei fehlender oder verzögerter Behandlung für den Betroffenen der Verlust einer Extremität droht. Behandlungsziel ist das Vermeiden von Amputationen, die Herstellung einer belastbaren Extremität und die Wiedererlangung von Lebensqualität und Mobilität.

Es folgte anschließend der Vortrag von Herrn Dr. med. Hartmut Stinus. Er ist Orthopäde und DBS-Sportarzt der deutschen Behinderten-Skinationalmannschaft sowie Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie. Er stellte die verschiedenen OP-Techniken bei Zehen- und Vorfußdeformitäten vor, welche auch beim Diabetiker problemlos durchführbar sind, um Druckschäden und Druckgeschwüre zu vermeiden. Auch auf die im Verlauf notwendigen Präventionsmaßnahmen wie Patientenschulung, Einlagenversorgung und Anpassung orthopädischer Schuhe wurde detailliert eingegangen.

Nach einer kurzen Kaffeepause folgten die aufschlussreichen und originellen Ausführungen von Herrn Prof. Dr. med. René Baumgartner mit dem zentralen Thema des Tages „ Amputationen bitte vermeiden“. Prof. Baumgartner ist emeritierter langjähriger Direktor der Klinik für technische Orthopädie und Rehabilitation in Münster und durch seine Arbeiten über Amputationen und die anschließende orthopädisch-technische Versorgung weltweit ein Begriff. Diverse Behandlungsstrategien zur Amputationsvermeidung wurden von ihm anschaulich dargestellt.

Alle drei Referenten wie auch Herr Dr. Rittmeyer betonten mehrfach die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Fachärzte wie Chirurgen, Orthopäden, Diabetologen, Internisten, Angiologen, Radiologen und Gefäßchirurgen zur Erstellung eines gemeinsamen Behandlungskonzeptes. Da unter den Zuhörern alle verschiedenen Fachrichtungen vertreten waren, kam es zum Abschluss der Veranstaltung zu einem intensiven Erfahrungsaustausch unter den Kollegen. Musikalisch untermalt wurde der Nachmittag wie auch die Jahre zuvor durch Herrn Lukas Großer am Klavier.

Auch die Klinik für Allgemein- und Unfallchirurgie behandelt in Seesen routinemäßig operativ und konservativ zahlreiche Patienten mit Folgeerscheinungen und Komplikationen der Zuckerkrankheit. Dr. Rittmeyer und sein Team wurden durch die Vortragsreihe in ihrem bestehendem Behandlungsregime bestätigt. Hinzu kommen auch die Patienten mit schmerzhaften Fuß- und Zehendeformitäten aus anderen Ursachen, wie z.B. Rheumaerkrankungen , Fehlbelastungen oder Unfälle. Auch in Seesen ist die Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms eine große Herausforderung. Die Klinik bietet den Betroffenen eine interdisziplinäre Diagnostik und Therapie an. Das Behandlungsregime und das gegebenenfalls notwendige operative Verfahren wird mit dem Patienten im Rahmen der Diagnostik und im gemeinsamen Aufklärungsgespräch gemeinsam erörtert. Die Asklepios Kliniken Schildautal bieten Betroffenen in allen Bereichen kompetente Ansprechpartner an.