96,7 Prozent für Thomas Brych

33 Delegierte konnte Unterbezirksvorsitzende Petra Emmerich-Kopatsch im Berufsförderungswerk begrüßen.
 
Die Abstimmung und Auszählung war nur eine Sache von Minuten. Hier wirft gerade die Bürgermeisterin des Fleckens Lutter, Karin Rösler-Brandt, als Delegierte ihren Stimmzettel in die Urne.

SPD-Unterbezirkskonferenz: Delegierte küren 53-jährigen Polizeidirektor zum Kandidaten für die Landratswahl

Während bei den Christdemokraten im Landkreis schon am Freitagabend feststand, dass für sie der parteilose Bernd Preuth am 2. Juni ins Rennen um den Posten des neuen Landrats gehen wird, fiel die Entscheidung bei den Sozialdemokraten am Samstagvormittag. Allerdings war das mehr oder weniger Formsache. Die SPD im Unterbezirk hatte sich bekanntlich dazu entschieden, den eigenen Kandidaten beziehungsweise die Kandidatin in einem Bürgerauswahlverfahren zu ermitteln. In drei Veranstaltungen – in Clausthal-Zellerfeld, Goslar und Seesen – entschieden sich die Bürgerinnen und Bürger letztlich für Polizeidirektor Thomas Brych. Er konnte insgesamt 318 Stimmen auf sich vereinigen, seine Mitbewerberin, die Familienrichterin Urte Schwerdtner, kam auf 270 Stimmen. Damit war die Vorentscheidung gefallen.
Schon im Vorfeld der am Samstag eigens einberufenen Unterbezirksdelegiertenkonferenz im Berufsförderungswerk in der Schützenallee hatte Urte Schwerdtner denn auch ihre Kandidatur zurückgezogen. So stellte sich lediglich Thomas Brych als „Kandidat der Bürger“ zur Wahl. 32 der insgesamt 33 stimmberechtigten Delegierten votierten letztlich für, eine(r) gegen ihn.
Zuvor hatte Unterbezirksvorsitzende Petra Emmerich-Kopatsch in ihrer Begrüßung beiden Kandidaten ein großes Lob gezollt. Alles sei harmonisch, ohne Nicklichkeiten, geschweige denn Anfeindungen über die Bühne gegangen. Das konnte der 53-jährige Thomas Brych nur bestätigen. „Wir sind zwar Konkurrenten gewesen, aber stets fair miteinander umgegangen“, unterstrich er, bevor er sich den Delegierten noch einmal kurz vorstellte. „Effizienz und Humanität“, das sei sein Credo, sagte der Leiter der Polizeiinspektion Goslar. Unumwunden gab er zu, noch nicht alles zu wissen, betonte aber, sich weiter mit viel Fleiß und Engagement in die Materie einarbeiten zu wollen. Was die Ziele seiner Arbeit angeht, sollte er denn neuer Landrat werden, so bezeichnete er die Wirtschaftsförderung als Chefsache. Brych: „Wo wir heute stark sind, da müssen wir noch stärker werden. Wir müssen gute Rahmenbedingungen für Arbeitsplätze schaffen, die Region noch attraktiver machen, beim Thema Tourismus weiter am Ball bleiben und für alle 141.000 Menschen im Landkreis da sein.“ Er selbst fühle sich schon Zeit seines Lebens in der Region „sauwohl“. „Ich bin gerecht und ehrlich, darauf könnt ihr euch verlassen“, sagte Brych abschließend und erntete damit bei den Genossen kräftigen und langanhaltenden Beifall.
Zu den Gästen, die Petra Emmerich-Kopatsch an diesem Vormittag begrüßen konnte, gehörte auch der ehemalige Landrat Stephan Manke. Dessen Wechsel als Staatssekretär ins Niedersächsische Innenministerium hatte die Suche nach einem Chef der Kreisverwaltung bekanntlich erst notwendig gemacht. Manke nannte drei Gründe, warum Thomas Brych der Richtige ist, seine Nachfolge anzutreten. Er sei fachlich qualifiziert, nah an den Menschen und komme aus dem Landkreis. Das sahen die Delegierten wohl genauso und stimmten mit knapp 96,7 Prozent für Brych. In den kommenden Wochen wird es nun auch für ihn darum gehen, bei den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Goslar für sich und seine Arbeit zu werben.