„Absturzsicherung“ erstmals in Seesen geprobt

Erstmals wurde ein neuer Lehrgang in Eigenregie durchgeführt.

Markus Dörrie und Uwe Schmidt als ausgebildete Höhenretter führten Lehrgang für die Aktiven durch

Seesen (bo). Die Anforderungen an die Freiwilligen Feuerwehren sind in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ständig angestiegen. Daraus ergibt sich für die Aktiven ein ebenfalls ständig wachsender Schulungsbedarf. In der Regel werden diese Lehrgänge und Ausbildungseinheiten in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Goslar und an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Celle von den Feuerwehrmännern und Frauen absolviert.
Erstmals wurde nun ein relativ neuer Lehrgang in Eigenregie am Standort Seesen durchgeführt. In den einschlägigen Dienstvorschriften für die Feuerwehren ist geregelt, dass sich Feuerwehrmitglieder ab einer Arbeitshöhe von zwei Metern gegen Absturz sichern müssen, um schwere oder tödliche Verletzungen zu vermeiden. Diese Vorschrift ist nicht neu, aber die dafür erforderliche, zusätzliche Ausrüstung ist erst kürzlich in einem „Gerätesatz Absturzsicherung“ für die Feuerwehren geschaffen wurden.
Da es sich hier um Komponenten aus der Bergsteigertechnik handelt, die spezielles Fachwissen erfordert, ist eine Anwendung nur erlaubt, wenn eine mehrtägige, definierte Ausbildung in Theorie, Knotenkunde, Physik und Anwendungstechniken in praktischen Übungen erfolgt ist und eine Abschlussprüfung bestanden wurde.
Da mit Markus Dörrie aus der Ortsfeuerwehr Seesen und Uwe Schmidt aus der Ortsfeuerwehr Bornhausen in den eigenen Reihen zwei ausgebildete Höhenretter als zugelassene Ausbilder zur Verfügung stehen, war es nun möglich mit zwölf Teilnehmern aus allen Ortsfeuerwehren und der Werkfeuerwehr Züchner erstmalig einen Anwenderlehrgang für den „Gerätesatz Absturzsicherung“ in Seesen durchzuführen.
Nach ausführlicher theoretischer Schulung und Knotenkunde in der Feuerwache Seesen, ging es in die Praxis. Als Übungsobjekte für die verschiedenen Sicherungstechniken diente der Schornstein am Heizwerk und das Flachdach der Asklepios Klink. Aber auch das Spitzdach am alten Stadtkrankenhaus und die Eisenbahnbrücke an der B 243 konnten in die Ausbildungsabschnitte „Geländerseil“, „Querstieg und Selbstrettung“ und „gesicherter Vertikalvorstieg“ genutzt werden.
Nach einem Samstag und zwei Sonntagen Ausbildung konnten alle Teilnehmer mit der bestandenen Prüfung das Ausbildungsziel erreichen.
Der stellvertretende Stadtbrandmeister Klaus Kiehne dankte bei der Abschlussbesprechung dem Lehrgangsleiter Markus Dörrie und Ausbilder Uwe Schmidt für die sehr gut vorbereitete und hochprofessionelle Ausbildung. Den Teilnehmern bescheinigte er eine, trotz den geopferten Wochenenden und dem zeitweise herrschenden Dauerregen, tolle Motivation und Kameradschaft.
Abschließend kann man den Lehrgang als einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer einheitlichen und qualitativ sehr hochwertigen Ausbildung aller Ortsfeuerwehren im Stadtgebiet zum Wohle der Bürger bezeichnen.