Ackerbauern wünschen sich Sonne

Jürgen Hirschfeld aus Seesen (links): „Zum aktuellen Preisniveau von um die 140 Euro für eine Tonne Weizen können wir nicht rentabel arbeiten.“

Landesweit wird die Ernte auf 6,7 bis 6,8 Millionen Tonen geschätzt und dürfte damit das Vorjahresniveau erreichen

Auf den Feldern ist eine recht gute Getreideernte herangewachsen, jetzt fehlt zum Abschluss beständiger Sonnenschein für die richtige Abreife und die Ernte. In der Wintergerste haben die Mähdrescher den Erntereigen eröffnen.
Auf der Getreiderundfahrt des Landvolkes mit allen Marktpartnern sprach Landvolkpräsident Werner Hilse von einer leicht überdurchschnittlichen Ertragserwartung, bei allerdings niedrigen Preisen. Landesweit wird die Gesamternte auf 6,7 bis 6,8 Millionen Tonen geschätzt und dürfte damit das gute Vorjahresniveau erreichen.
„Zum aktuellen Preisniveau von um die 140 Euro für eine Tonne Weizen können wir nicht rentabel arbeiten“, verdeutlichte Jürgen Hirschfeld für den Ausschuss Pflanzenproduktion im Landvolk Niedersachsen.
Er erwartet jedoch für qualitativ hochwertige Partien anziehende Preise. In Deutschland, aber noch mehr in wichtigen Erzeugerregionen wie Frankreich könnte das bislang unbeständige Sommerwetter Getreidepartien von Back- zu Futterweizen herabmindern. Zudem haben Verarbeitungsunternehmen aufgrund der sehr labilen Märkte keine Vorräte angelegt und dürften schon bald die Nachfrage beleben. Die Landwirte sollten den Markt daher sehr aufmerksam beobachten und Verkaufschancen jederzeit nutzen, zumal bislang relativ wenig Ware über Vorkontrakte verkauft ist.
Die Wetterkapriolen haben das pflanzenbauliche Können der Ackerbauern im ganzen Land herausgefordert. „Auf modernen Pflanzenschutz können wir nicht verzichten“, schildert Hirschfeld. So erforderten beispielsweise Pilzkrankheiten aufgrund der unbeständigen Witterung ein Eingreifen der Landwirte. Während sich die Sommerniederschläge auf den schwachen Sandböden in Nordniedersachsen eher positiv auswirken dürften, fiel für die ohnehin mit Wasser gut versorgten Bördeböden im Süden und den Marschen an der Küste eher zu viel Regen.
Auch regional aufgetretene Unwetter haben auf den Feldern ihre Spuren hinterlassen, die Auswirkungen sind aber noch nicht abzuschätzen. Die Hoffnung auf bessere Preise aber eint alle Landwirte, in den Regionen Niedersachsens und auf den Höfen mit den unterschiedlichen Betriebsschwerpunkten.