Adel verpflichtet

Hans-Henning Kupferschmidt und Cäcilie Schwermann (im Hintergrund) konnten am Donnerstag mit vielen spannenden Geschichten und interessanten Fotografien aus dem Leben Victoria Luises von Preußens aufwarten. Der Freundeskreis hatte mit der Veranstaltung den Nerv der Besucher getroffen.

Lichtbildervortrag über Victoria Luise von Preußen lockt zahlreiche Gäste ins Museum

Victoria Luise von Preußen, Herzogin zu Braunschweig-Lüneburg und Prinzessin von Hannover, war die einzige Tochter der Kaiserin Auguste Viktorias und Kaiser Wilhelms II. Sie wurde am 13. September 1892 im Marmorpalais zu Potsdam geboren und starb schließlich am 11. Dezember 1980 in Hannover. Am Donnerstagabend stand Victoria Luise im Blickpunkt beim Freundeskreis Städtisches Museum. Cäcilie Schwermann und Hans-Henning Kupferschmidt nahmen die vielen Gäste im Museum mit auf eine hoch interssante Reise durch das Leben Victoria Luises. Am 18. Oktober 1909 wurde sie in der Friedenskirche von Potsdam konfirmiert. Ihren neuen Status als Erwachsene unterstrich ihr Vater Wilhelm II damit, dass er seine Tochter am 22. Oktober 1909 zur 2. Regimentschefin des 2. Leibhusaren-Regiments ernannte.
Am 24. Mai 1913 heiratete sie Prinz Ernst August III. von Hannover. Die Hochzeit mit dem jüngsten Sohn des Kronprinzen von Hannover und Herzogs von Cumberland Ernst August bedeutete das Ende des seit 1866 bestehenden Konflikts zwischen hannoverschen Welfen und Hohenzollern.
Die Heirat war eines der letzten Großereignisse im gesellschaftlichen Leben des europäischen Hochadels vor dem Ersten Weltkrieg. Die Regentschaft war jedoch kurz und endete im Zuge der Novemberrevolution mit der Abdankung des Ehemanns am 8. November 1918.
Darauf ging das Herzogpaar ins Exil im oberösterreichischen Gmunden am Traunsee. Aus der Ehe ging fünf Kinder hervor. Im November 1933 kehrte die Familie nach Deutschland zurück. Sie zogen in das Schloss Blankenburg am Harz. Nach Kriegsende übersiedelten sie auf das Schloss Marienburg bei Hannover. All das erfuhren die Gäste, die zuvor von der 1. Vorsitzenden Renata Jahns im Museum begrüßt wurden.
Einige der Gäste, so stellte sich heraus, hatten Victoria Luise noch persönlich kennengelernt. In den Nachkriegsjahren widmete sich Victoria Luise einem regen sozialen Engagement, unter anderem als Protektorin der Niedersächsischen Kinderfreiplatzspende, einem Feriendienst für Arbeiterkinder.
Bis zu ihrem Tod war sie in zahlreichen Initiativen zur heimatlichen Traditionspflege tätig. Dem Freundeskreis war mit dem Lichtbildervortrag eine gelungene Veranstaltung sicher. Weiter geht es beim Freundeskreis am Freitag, 19. April, mit einer Tagesfahrt nach Braunschweig. Dort werden Ausstellungen im Braunschweiger Landesmuseum und im Schlossmuseum über die Hochzeit der Prinzessin mit dem Welfenherzog Ernst-August vor 100 Jahren besucht. Am Donnerstag, 25. April, findet dann die Jahreshauptversammlung des Freundeskreises statt und am Sonntag, 12. Mai, wird vor dem Museum das traditionelle Museumsfest gefeiert.