Afghanistan-Experte hält Festrede auf dem Stiftertest

Egon Ramms (links) ist unter anderem Träger des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Teilnehmer dürfen sich auf lebendigen, kritischen und konstruktiven Vortrag freuen

Am Freitag, 25. März, richtet die Stiftung „Kirche in unserer Zeit“ ihr diesjähriges Stifterfest im Seesener Kirchenzentrum aus. Als Festredner konnte das Kuratorium den Afghanistan-Experten General Egon Ramms gewinnen.

Seesen (JK). Damit liegt die Stiftung mit der Wahl ihres Festredners mitten im Trend einer der zentralen, politischen Fragen der Gegenwart. Es geht nämlich um die Frage, ob die deutsche Armee eine demokratisch verantwortbare und zugleich unverzichtbare Aufgabe in einem Land hat, das nach langen Jahren der Erfahrung und aufgrund seiner sehr unwegsamen Topographie im Sinne einer freiheitlichen Grundordnung bezwingbar ist. Und dies vor allem auf dem Hintergrund, dass bei den Reden an den Ehrenmalen am Volkstrauertag neben den Toten und Vermissten beider Weltkriege nun plötzlich eine dritte Gruppe zumeist junger Menschen hinzukommt: deutsche Soldaten im 21. Jahrhundert.
General Ramms ist – trotz seines hohen militärischen Ranges – immer ein außerordentlich kritischer Denker geblieben und hat sich von der Hierarchie des Militärs nicht vereinnahmen lassen. Im Gegenteil hat er die Hoheit seines Amtes mit persönlich unabhängiger Autorität ausgestaltet. Insofern dürfen sich die Festteilnehmer schon vorab auf einen sehr lebendigen, kritischen und konstruktiven Vortrag sowie auf eine ebenso prismenbunte Aussprache freuen.
Das Stifterfest ist bekannt für seine besonderen kulinarischen Akzente. Auch in diesem Jahr wird dieser Standard gepflegt. Natürlich kommen auch die anderen Eckpfeiler des Festes zum Zuge. Begonnen wird um 18 Uhr mit einer Andacht in der St.-Andreas-Kirche. Nach einem Begrüßungsgetränk wird um 19 Uhr General Ramms seinen Vortrag halten. Nach der Aussprache wird es ab 20 Uhr ein leckeres kalt-warmes Buffet geben. Die Einnahmen aus diesem Fest fließen natürlich dem Stiftungskapital zu.

Biographie

Der Festredner hat eine beeindruckende Karriere hingelegt. Egon Ramms ist am 21. September 1948 in Datteln, Westfalen, geboren und war vom 26. Januar 2007 bis zum 29. September 2010 Kommandeur des Allied Joint Force Command in Brunssum. Er war somit einer der ranghöchsten deutschen Soldaten in der NATO. Ramms trat am 1. Oktober 1968 als Offiziersanwärter in den Dienst der Bundeswehr. Er diente beim Instandsetzungsbataillon 470 in Unna, durchlief als Zeitsoldat für zwölf Jahre die Offiziersausbildung und begann 1971 als Leutnant sein Studium in Darmstadt, welches er 1975 als Diplom-Ingenieur für Maschinenbau abschloss.
Nach einer vorbildlichen Laufbahn übernahm Generalleutnant Ramms schließlich am 18. Februar 2004 in Stettin das Kommando über das Multinationale Korps Nordost, welches er bis zum 15. Dezember 2006 innehatte und an den polnischen Generalleutnant Zdzislaw Goral abgab. Daraufhin wurde Ramms in die Niederlande versetzt, wo er am 26. Januar 2007 von General Gerhard W. Back das Kommando über das Allied Joint Force Command Brunssum der NATO in Brunssum übernahm.
Ramms war bis zu seiner Pensionierung Vorgesetzter von fünf ISAF-Befehlshabern und diente innerhalb der NATO-Kommandostruktur selbst zunächst unter US-General Craddock und schließlich unter US-Admiral James G. Stavridis. Am 29. September 2010 übergab er das Brunssumer Kommando an General Wolf-Dieter Langheld und trat zum 30. September 2010 selbst in den Ruhestand.
Egon Ramms ist unter anderem Träger des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland und des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Silber und Gold sowie des Verdienstordens der Republik Polen (Komtur Klasse).

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