Akzeptanz verbessern und Integration fördern

Wann? 02.11.2011 bis 06.11.2011

Wo? Kirchenzentrum, Hinter der Kirche 1, 38723 Seesen DE
Die Präsentation „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“ ist noch bis zum 6. November im evangelischen Kirchenzentrum zu sehen. (Foto: Jung)
 
Josef Schleicher, Propst Thomas Gleicher: Ausstellungseröffnung. (Foto: Jung)
Seesen: Kirchenzentrum |

Russlanddeutsche im Fokus / Wanderausstellung („Volk auf dem Weg“) bis 6. November im Kirchenzentrum

Seesen (G. J./bo). „Wurzeln schlagen und die Gesellschaft stärken“, das ist der Leitgedanke der Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“, die noch bis 6. November im Kirchenzentrum der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Vitus und St. Andreas Seesen, Hinter der Kirche 1 A, zu sehen ist.
Zur Ausstellungseröffnung (wir berichteten, die Red.) konnte Propst Thomas Gleicher zahlreiche Gäste willkommen heißen. Sein besonderer Gruß galt Josef Schleicher von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Nach einleitenden Worten von Pfarrer Thomas Weißer stellte Schleicher die Präsentation vor. Die Wanderausstellung werde seit 1995 durch das Bundesministerium des Innern (Berlin) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF, Nürnberg) gefördert und von ihm, Schleicher, sowie Jakob Fischer, der ebenfalls als Projektleiter der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. fungiere, bundesweit präsentiert. Mit insgesamt sieben parallel laufenden und inhaltlich gleichen Ausstellungen informiere das Projekt die bundesdeutsche Öffentlichkeit über die Geschichte und Kultur der Deutschen in/aus Russland beziehungsweise der ehemaligen UdSSR sowie über die Integration der russlanddeutschen Spätaussiedler in Deutschland.
Die Ausstellung, betonte Schleicher, trage zur Verbesserung der Akzeptanz der Spätaussiedler in der deutschen Gesellschaft bei und helfe, Vorurteile gegenüber den Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion zu entkräften und abzubauen. Die Veranstaltungen, die im Rahmen der Ausstellung stattfinden würden, bewegten die Menschen dazu, aufeinander zuzugehen, miteinander zu reden und einander besser zu verstehen. Im Einzelnen würden dabei unter anderem folgende Ziele verfolgt: Aufbau von Kontakten zwischen Einheimischen und Spätaussiedlern; Eingliederung von Spätaussiedlern in bestehende Gruppierungen; Förderung der Akzeptanz der Deutschen aus Russland in der Öffentlichkeit; Aufklärung der einheimischen Bevölkerung über die positiven Aspekte des Aussiedlerzuzugs.
Mit insgesamt sieben parallel laufenden und inhaltlich gleichen Wanderausstellungen informiere die Landsmannschaft die bundesdeutsche Öffentlichkeit über die Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland bzw. der ehemaligen UdSSR sowie über die Integration der Spätaussiedler in Deutschland. Die Geschichte und Gegenwart der Volksgruppe wird nach einer Aktualisierung zu Beginn des Jahres 2007 auf den folgenden Tafeln behandelt:
• Schicksalsweg der Russlanddeutschen
• Deutsche wandern nach Russland aus: 1763 - 1862
• Familie Alexander Schwindt aus Morgentau/ Wolgagebiet
• Familie Jakob Wedel, russlanddeutsche Mennoniten
• Familie Wilhelm Biedlingmaier aus Katharinenfeld/ Kaukasus
• Familie Meta Pflugfelder-Baun aus Ludwigsthal/ Saporoshje/ Ukraine
• Leistungen der Deutschen in Russland
• Wirtschaftliche Blüte
• 100 Jahre kulturelle Entwicklung
• Existenzprobe 1. Weltkrieg
• Die Oktoberrevolution 1917 und ihre Folgen
• Verschärfung der Repressionen 1928-1939
• Der Weg in die Katastrophe 1941 und der 2. Weltkrieg
• Verbannung auf „ewige Zeiten“ 1941-1956
• Zögerliche Teilrehabilitierung 1955-1964
• Gescheiterte Autonomiebestrebungen 1965
• Kulturelle Wiederbelebung 1974 - 1992
• Verantwortung für die Schicksalsgemeinschaft der Russlanddeutschen
• Hilfen der Bundesregierung für Russlanddeutsche in den Herkunftsländern
• Aufnahme in Deutschland
• Bemühungen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland
• Projekte für Integration und Akzeptanz
• Gewinn für Deutschland
• Daten und Fakten
Zusätzliche Informationen enthält der Katalog zur Wanderausstellung.
Ein besonderer Schwerpunkt des langjährigen Großprojektes, machte Schleicher deutlich, sei die Aufklärungsarbeit über Aussiedler unter den Jugendlichen und die Präsentation der Ausstellung in Jugendzentren und Schulen als Projekttage zum Thema „Integration in Deutschland“. Allein 2010 hätten die Projektleiter als Gastlehrer in weit über 1.100 Schulklassen mit mehr als 30.000 Schülerinnen und Schüler die Geschichte der Deutschen aus Russland und ihre Integration in Deutschland in den Mittelpunkt des Unterrichts gestellt.
Übrigens: Die Seesener Tageszeitung „Beobachter“ wird in nächster Zeit über Russlandeutsche berichten, die in der Stadt Seesen eine neue Heimat gefunden haben.