Alkohol bleibt weiter ein Problem bei den Teenies

Alkohol und seine Wirkung – ein eindrucksvoller Versuch.

Ein Drittel der jungen Menschen ist einmal im Monat volltrunken/ Präventivunterricht im Jacobon-Gymnasium

Mehr als ein Drittel der Zwölf- bis 25-Jährigen betrinkt sich mindestens einmal im Monat. Das Rauschtrinken hat sich zu einem problematischen Trend entwickelt, das belegen die jüngsten Statistiken: Die Zahl der Jugendlichen, die aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär im Krankenhaus behandelt werden, hat sich in Deutschland seit 2000 mehr als verdoppelt.
Die Dr.-Broermann-Stiftung unterstützt seit Jahren aktiv die Prävention an Schulen. Am Montag stand das Thema „Alkohol“ im Fokus der präventiven Arbeit. Die Klasse 7e des Jacobson-Gymnasiums Seesen besuchte mit Ihrer Klassenlehrerin Frau Schanbacher die Asklepios Kliniken Schildautal.
„Alkoholmissbrauch“ war das Thema, mit denen sich die 13- bis 14-jährigen Schüler an diesem Tag intensiv auseinandersetzten. Dr. Matthias Rohrberg (Chefarzt der Klinik für Neurologie) ging in seinem Fachvortrag auf das Trinkverhalten (speziell auch bei Jugendlichen), die Folgen der Sucht, deren Erkennung und Entwöhnung ausführlich ein. Allein die Werbung in den Medien und die Toleranz der Gesellschaft zeige die Verharmlosung dieses Themas.
Die beeindruckten Schüler nutzten am Ende des Vortrages die Gelegenheit, Fragen zum Thema „Komasaufen“ zu stellen.
Im Anschluss hatten Mitarbeiterinnen der Ergotherapie einen Parcours aufgebaut, bei dem die Jugendlichen mit Rauschbrillen, die einen Alkoholgehalt von 0,8 bis 1,8 Promille simulieren, mit Roller oder gehend verschiedene Aufgaben bewältigen mussten. Danach konnten „Dinge des täglichen Lebens“ praktisch erprobt werden – Tür aufschließen, Geld zählen oder Glas einschenken.
Die Rauschbrillen täuschen überzeugend und wirklichkeitsnah vor, wie Alkohol sich auf das Sehvermögen und damit auf die Fahrtüchtigkeit und Verkehrssicherheit auswirkt: Verzerrte und eingeschränkte Rundumsicht, Doppelsehen, falsche Einschätzung von Nähe und Ferne, verzögerte Reaktion, das Gefühl von Verunsicherung und Entscheidungsschwäche, schlechtere Koordination.
Mit einem Imbiss wurde dieser eindrucksvolle und lehrreiche Vormittag für die SchülerInnen beendet. Fazit: Zukünftig soll es für die Jugendlichen kein Zeichen von Schwäche sein, zu sagen: „Alkohol? – Ohne mich!“