Alkohol bleibt weiter ein Problem bei den Teenies

Die Jugendlichen konnten mittels einer Rauschbrille erfahren, wie eingeschränkt die Handlungsfähigkeit nach übermäßigem Alkoholgenuss ist. (Foto: bo)

8. Klasse der Realschule Seesen bei Präventionsprogramm in den Asklepios Kliniken

Seesen (bo). Jeder zweite 15-Jährige trinkt regelmäßig Alkohol. In Deutschland greifen schon Kinder zur Flasche. „Oft ist Schulstress die Ursache“ – heißt es in einer DPA-Meldung. Das Rauschtrinken hat sich zu einem problematischen Trend entwickelt, das belegen die jüngsten Statistiken: Die Zahl der Jugendlichen, die aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär im Krankenhaus behandelt werden, hat sich in Deutschland seit 2000 mehr als verdoppelt.
Jüngst stand das Thema „Alkohol“ zum wiederholten Mal im Fokus der präventiven Arbeit der Asklepios Kliniken Schildautal. Die 8. Klasse der Realschule Seesen besuchte mit ihrer Klassenlehrerin F. Kmiec und der am Schulzentrum zuständigen Sozialpädagogin F. Weber vom NIKO-Projekt (Niedersächsisches Kooperations- und Bildungsprojekt) die Schildautalklinik. Das NIKO-Projekt unterstützt die Kooperation der Kliniken mit der Realschule.
„Alkoholmissbrauch“ war das Thema, mit denen sich die 14- bis 15-jährigen Schüler an diesem Tag intensiv auseinandersetzten. Dr. Matthias Rohrberg (Chefarzt der Klinik für Neurologie) ging in seinem Fachvortrag auf das Trinkverhalten, insbesondere bei Jugendlichen, die Folgen der Sucht, deren Erkennung und Entwöhnung ausführlich ein. Allein die Werbung in den Medien und die Toleranz der Gesellschaft zeigt die Verharmlosung dieses Themas. Die beeindruckten Schüler konnten am Ende des Vortrages Fragen, wie zum Beispiel zum Thema „Komasaufen“, stellen.
Im Anschluss hatten Mitarbeiterinnen der Ergotherapie einen Parcours aufgebaut, bei dem die Realschüler mit Rauschbrillen, die einen Alkoholgehalt von 0,8 bis 1,8 Promille simulieren, mit Roller oder gehend, verschiedene Aufgaben bewältigen mussten. Danach konnten „Dinge des täglichen Lebens“ praktisch erprobt werden – Tür aufschließen, Geld zählen, Glas einschenken und ähnliches.
Die Rauschbrillen überzeugen davon, wie Alkohol sich auf das Sehvermögen und damit auf die Fahrtüchtigkeit und Verkehrssicherheit auswirkt. Die Promille-Brille simuliert den Einfluss von Alkohol auf die Wahrnehmung und das Gehirn: Verzerrte und eingeschränkte Rundumsicht, Doppelsehen, falsche Einschätzung von Nähe und Ferne, verzögerte Reaktion, das Gefühl von Verunsicherung und Entscheidungsschwäche sowie schlechterer Koordination.
Zum Ende der Veranstaltung erklärten die Jugendlichen, dass die neuen Erkenntnisse sehr eindrucksvoll waren. Zukünftig soll es für einen Jugendlichen kein Zeichen von Schwäche sein, zu sagen: „Alkohol? – Ohne mich!“
Die Dr. Broermann-Stiftung unterstützt seit Jahren aktiv die Prävention an Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen.