Alles krumm und schief

Der neue Spielplatz vor dem Bürgerhaus soll den Seesener Kindern demnächst Platz für echte Abenteuer bieten. Es entsteht hier eine Ritterspielburg mit Burgparcours aus Robinien-, Lärchen- und Eichenholz – eine Spiel- und Kletterkombination.

Die Buschtrommel zum Wochenende

Donnerstagnachmittag im Baumarkt: „Hallo Herr Kiehne, was ist denn da los beim neuen Spielplatz am Bürgerhaus? Da soll ja so einiges schief gelaufen sein – habe ich gehört.” Beim Einkauf wurde ich mit diesen Worten angesprochen auf den neuen Spielplatz in Seesen.

Achselzuckend gab ich zur Antwort, dass mir nichts derlei bekannt ist. „Ja, das steht sogar so im Internet hat man mir gesagt, vielleicht ist das was für die Zeitung!” Hm, könnte man ja mal nachschauen, was der Herr wohl meint, dachte ich mir und stieß am späten Abend bei Facebook in der Tat auf einen entsprechenden Beitrag. “Pfusch beim Spielplatzbau! – Eklatante Mängel sorgen für handfesten Bauskandal in Seesen!“ So stand es auf der Seite namens „Sehusa Info“ zu lesen. Nach wenigen Sekunden war klar, von wem dieser Beitrag kommt und wie er einzuschätzen sein muss. Seit geraumer Zeit nämlich sorgt der Seesener Oliver Jung, ältester Sohn unseres ehemaligen Chefredakteurs Gerd Jung, mit einer Satire-Seite in Seesen für Aufsehen – zumindest in der viralen Szene. Er teilt in gekonnter Satire-Manier mit, dass die Fertigstellung des neuen Spielplatzes an der Jacobsonstraße auf der Kippe steht. Der Bauausschuss sei empört: „Der Architekt muss betrunken gewesen sein! Wie kann man nur so schief und alles durcheinander und so planen? Kein Holzstamm ist gerade, das Dach über der kleinen Hütte ist auch mehr als nur windschief. Und für wen wurde das überhaupt gebaut? Ein Mensch mit 170 cm Körpergröße kann sich nicht mal aufrecht in die Hütte stellen!“ so Bauamtsratsvorsitzender Heinrich Schiefbau.“ So und weiter geht das in dem durchaus sehr humorvollen Text von Oliver Jung. In unregelmäßigen Abständen nimmt Jung hier Seesen-relevante Themen aufs Korn und zieht sie durch den Kakao. Da sieht man aber mal wieder, was Satire alles anrichten kann. Mein Informant im Baumarkt war also leider ein Opfer des Stille-Post-Spielchens geworden. Aus einer spaßig gemeinten Botschaft entstand die Nachricht, dass hier ein Schildbürgerstreich lauert. Für alle, die jetzt immer noch verunsichert sind: Wir waren gestern Mittag direkt vor Ort, haben den neuen Spielplatz in Augenschein genommen und auch mit den Handwerkern gesprochen. Es gibt keinen Pfusch und keine eklatanten Baumängel. Alles soll rechtzeitig fertig werden. Und das ist alles so gewollt. Krumm und schief inklusive – moderne Zeiten eben...