Am VfL-Platz soll ein Altenheim entstehen

Fraktionssitzung der CDU/FDP-Gruppe im AKIT / Auch Stadtsanierung und Initiative Harz thematisiert

Die CDU/FDP-Gruppe traf sich zur Vorbereitung der Ratssitzung am Montag im AKIT in der Hochstraße in Seesen. Beim AKIT handelt es sich um den Arbeitskreis Integration, der von der Stadt Seesen und der Wiederaufbau gefördert wird.
Die Leiterin der Integrationseinrichtung,Ludmilla Heilmann, sprach zu Beginn der Zusammenkunft die aktuellen Maßnahmen an. Danach werden verstärkt Deutschsprachkurse für Ausländer ohne Vorkenntnisse angeboten. Ziel ist es, die sogenannte Niveaustufe B zu erreichen. Verstärkt kümmert man sich aktuell um Familien, aus Syrien und Afghanistan, die im Stadtgebiet wohnen. Ludmilla Heilmann erklärte dabei, dass nur über die Sprache die Möglichkeit der Integration gegeben werden könne.
In den Räumen werden auch Sprachkurse angeboten, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert werden. Hier bestünden jedoch erhebliche bürokratische Hemmnisse. Es dauere einfach zu lange, bis es zu den erforderlichen Sprachkursen komme. Im Integrations-Treff kommen einmal im Monat zudem die Spätaussiedler zusammen. An dieser Veranstaltung nehmen regelmäßig rund 30 Personen teil. Jedes Jahr präsentiert sich der AKIT auch auf dem Weihnachtsmarkt in Seesen. Es werden auch Kinderspielnachmittage angeboten und Patenprojekte unterstützt.
Der Vorsitzende Rudolf Götz bedanke sich für die gute Arbeit im AKIT. Die CDU/FDP-Gruppe sehe sich darin bestätigt, diese Einrichtung weiter zu unterstützen. Hier werde gute Integrationsarbeit geleistet. Dies geschehe nicht nur hauptamtlich, auch viele Ehrenamtliche unterstützen diese Arbeit.
Im weiteren Verlauf beschäftige sich die CDU/FDP-Gruppe dann mit akutellen Themen aus der Lokalpolitik. Bekannterweise gehört das Areal des ehemaligen VfL-Sportplatzes an der Kurparkstraße der Stadt Seesen. Nunmehr habe sich ein Investor gemeldet, der sich für das Gelände interessiert. Er beabsichtige dort ein Altenheim zu errichten. Dieses soll rund 90 Alten- und Pflegeplätze aufweisen. Für die Stadt Seesen sei der Verkauf besonders interessant, da hier auch Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Die bisher vorgestellten Baupläne würden sich der umliegenden Bebauung anpassen. Dies sei aus den Höhenlinien und der Geschossigkeit der Pläne zu entnehmen.
Beim Abriss der Sportgebäude und den anschließenden Boden­untersuchungen wurde festgestellt, dass in früheren Jahren belastete Böden auf das Areal eingebracht wurden. Im Rahmen des Verkaufsvertrages soll daher geregelt werden, dass die Entsorgung durch den Käufer übernommen werde. Die endgültige Entscheidung wird am Mittwoch der Rat in seiner öffentlichen Sitzung treffen.
Für die CDU/FDP-Gruppe wäre mit dem Verkauf und anschließender Bebauung ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Attraktivität der Stadt geleistet. Für Seesen gehe man von der Annahme aus, dass weitere Altenheimplätze benötigt werden. Ein Drittel der Plätze sollen Spezialpflegeplätze sein, für die es Bedarf gebe. Es gehe hier um Nachsorge nach Klinikaufenthalten und die Betreuung von MS-Patienten, hieß es seitens der CDU.
Bei dem Verkaufspreis gehe man von einer Bewertung aus, die ausgerichtet sei an den Maßstäben für Gewerbeansiedlungen. Auch die Altlasten finden hierbei Berücksichtigung.
Ein weiterer Punkt, der diskututiert wurde, war die sogenannte „Initiative Harz“. Die Stadt Seesen will sich der „Initiative Harz“ zum Ausbau eines vierspurigen Straßenringes rund um den gesamten Harz aussprechen. Danach soll der vierspurige Weiterbau der B243 von Niedersachsen nach Nordhausen weiterverfolgt werden. Ein Lückenschluss der B6 zur Vierspurigkeit zwischen Goslar und Salzgitter sei demnach einzufordern, außerdem die Verlängerung der Autobahn 71 zur Autobahn 14 bei Sangerhausen.
Für die Belange der Stadt Seesen wird gefordert, dass auch die B82 zwischen Rhüden und Langelsheim ausgebaut wird. Hier sei eine „2 plus 1 Lösung“ (Streckenführung) ausreichend. Die Ortsdurchfahrt Seesen leide nach Ansicht der CDU/FDP-Gruppe sehr unter dem zunehmenden Schwerlastverkehr.
Eine Entlastung könne daher nur durch die B82 geschehen. Selbstverständlich sei zu beachten, dass hier sehr stark die Belange der Landwirtschaft betroffen sind. Auf diese müsse Rücksicht genommen werden.
Zur Gestaltung der Seesener Innenstadt hat sich nach Ansicht der Fraktion eine lebhafte Diskussion entwickelt. Nach knapp 30 Jahren sei aus Sicht der Fraktion in diesem Kernbereich der Stadt eine umfassende Erneuerung notwendig. Alle Untersuchungen hätten ergeben, dass eine gesamte Neupflasterung die wirtschaftlichste Lösung ist. Gerade das Natursteinpflaster sei abgängig und erneuerungsbedürftig. Die Baumeinfassungen seien schon immer unbeliebt bei den Einparkmanövern gewesen. Es habe sich leider herausgestellt, dass in Innenstadtbereichen Bäume keine große Lebensdauer haben beziehungsweise bei falscher Auswahl Kanalisations- und Versorgungsleitungen zerstört werden.
Es sei immer ein schwieriger Schritt, sich von lieb gewonnenen Straßenbildern zu verabschieden. Der Umbau der Poststraße zeige aber, dass eine neue Gestaltung ihre Vorzüge hat. In einiger Zeit werde Seesen wieder gut gestaltete, funktionell hervorragende Straßenzüge haben. bo