Amtsgericht Seesen: "Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht"

Betrügerische Seesenerin (53) zu acht Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt

Vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens stand am Mittwoch eine 53-jährige Seesenerin, deren sprichwörtlicher „Krug“ nun endgültig zerbrochen ist – für sie steht nun der Gang in die Justizvollzugsanstalt bevor.
Die Angeklagte hatte in dem Zeitraum vom 13. September 2007 bis 13. August 2008 gleich zwei Kühltheken für ihr damaliges Fisch-Feinkost-Geschäft in Bad Gandersheim bestellt, die Rechnung in Höhe von mehr als 3600 Euro jedoch nicht gezahlt. Laut ihrer Aussagen habe sie die Theken zur Abholung bereitgestellt, wann und von wem die Kühltruhen abgeholt wurden weiß sie jedoch nicht mehr. So recht war kein Licht in den Fall zu bekommen.
Richter Frank Rüger stellte das Verfahren mit folgender Begründung ein: Es lohne sich nicht, das Verfahren weiter aufzuklären, da eine zu erwartende Strafe bei einem solchen Vorstrafenregister, wie es die Seesenerin aufgrund zahlreicher Delikte schon habe, nicht weiter ins Gewicht fallen würde.
Es stand jedoch noch ein Tatvorwurf wegen Betruges im Raum, da die 53-Jährige einen Mobilfunkvertrag unter dem Namen ihrer Mutter abgeschlossen hatte – der Grund hierfür war schnell gefunden: Mit 33 Eintragungen im Schuldnerregister war es der Seesenerin nicht vergönnt, einen Vertrag unter ihrem eigenen Namen abzuschließen.
Insgesamt elf, teils einschlägige, Vorstrafen befinden sich auf dem Registerauszug der Frau, woraus sich eine noch nicht verbüßte Freiheitsstrafe von insgesamt 29 Monaten ohne Bewährung ergeben. Letztendlich wurde die Seesenerin von Richter Frank Rüger wegen Betrug in Tateinheit mit Urkundenfälschung zu weiteren acht Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Er sah kein ernsthaftes Bedauern bei der Angeklagten und erklärte, dass irgendwann „das Ende der Fahnenstange erreicht“ sei.