Anonym Anzeige erstattet

Baron von Campen und Heinrich Züchner: Pioniere der Seesener Blechwaren- und Konservenindustrie. Nun ermittelt das Kartellamt wegen Preisabsprachen gegen die Unternehem Crown und Ardagh.

Verdacht der Preisabsprache: Crown und Ardagh schweigen

Nach den Durchsuchungen bei Crown und Ardagh in Seesen hat das Bundeskartellamt Anfang der Woche nun auch ganz offiziell mitgeteilt, dass insgesamt an elf Standorten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz Durchsuchungen durchgeführt worden sind. Es bestehe weiterhin der Verdacht wettbewerbsbeschränkender Preis-, Mengen- und Kundenabsprachen, teilte die Behörde mit.
Namen betroffener Firmen nannte die Behörde zwar nicht, aber in Seesen hatten die beiden entsprechenden Unternehmen die Durchsuchungen bereits am Freitag bestätigt.

„Wir haben uns definitiv nichts vorzuwerfen”, ließ eine Sprecherin des bundesweit tätigen Verbandes Metallverpackungen nunmehr verlauten. Ähnlich klangen die Aussagen auch in Seesen. Der „Beobachter” hatte am Dienstag dieser Woche noch einmal den Versuch unternommen, Neuigkeiten in Erfahrung zu bringen. Doch außer Spesen nichts gewesen. „Wir sind uns keiner Schuld bewusst“, erklärte die Geschäftsführerin der Crown Commercial Deutschland GmbH, Carmen Ternedde, im Gespräch mit unserer Zeitung noch einmal.
Auch Christin Eimecke, Sprecherin der Ardagh Metal Packaging GmbH erklärte auf Anfrage, dass man aktuell und wegen des laufenden Verfahrens rein gar nichts sagen werde. Musste sie auch nicht zwingend, denn obwohl quasi alle Mitarbeiter direkt nach bekanntwerden der Durchsuchungen dazu verdonnert worden, gegenüber der Öffentlichkeit kein Sterbenswörtchen verlauten zu lassen, sickerte hier und da das ein oder andere durch.
Offenbar sind die Vorwürfe demnach in der Tat berechtigt. Was genau vorgefallen ist, müssen die Auswertung der sichergestellten Unterlagen ergeben. Viel Chancen, etwas zu vertuschen, hatten die Unternehmen jedenfalls nicht mehr. In Begleitung von Polizeibeamten des Seesener Kommissariats untersuchten Mitarbeiter der Kartellbehörde die Büroräume beider Unternehmen. Wie ein Sprecher der Kartellbehörde aber noch einmal deutlich machte, gelte bis zum Abschluss des Verfahrens die Unschuldsvermutung. Ardagh und Crown sind weiterhin zwei der größten Arbeitgeber in Seesen.
Ausgangspunkt der Durchsuchungsaktion am vergangenen Donnerstag sei eine anonyme Anzeige gewesen. Die Beamten durchsuchten auch die Verbandsgeschäftsstelle in Düsseldorf. Dabei hätten die Beamten Unterlagen mitgenommen.
Welch schwerwiegende Folgen eine Preisabsprache nach sich ziehen kann, wurde in den vergangenen Jahren am Beispiel von sechs deutschen Bierbrauunternehmen deutlich. Hier hatte das Kartellamt nachgewiesen, dass es zwischen 2006 und 2008 Absprachen gegeben hatte. Die betroffenen Unternehmen wurden zu einer Strafe