Antibiotika - Leider oft zu viel des "Guten"

Professor Dr. Ortlepp versteht es, in seinem Vortrag, die Probleme im Umgang mit Antibiotika auf den Punkt zu bringen.

Die von der Stadtmarketing Seesen eG und den Asklepios Kliniken Schildautal ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe „Medizinische Bürgersprechstunde“ startete mit Erfolg und dem spannendem Thema „Fluch und Segen von Antibiotika“. Bürgermeister Erik Homann begrüßte die Gäste zur Auftaktveranstaltung im Bürgersaal der Stadt Seesen.

„Die Stadt Seesen“, so Bürgermeister Erik Homann „ist stolz auf die Klinik Schildautal und ihren exzellenten überregionalen Ruf. Darüber hinaus ist die Klinik größter Arbeitgeber der Region und ihre Stabilität somit auch ein Teil der Stärken der Stadt Seesen.“ Unter seiner Schirmherrschaft wird es zukünftig einmal im Quartal eine Bürgersprechstunde zu medizinischen Themen geben, die von den Spezialisten der Asklepios erläutert werden. Zum Auftakt eröffneten Professor Dr. Ortlepp (Ärztlicher Direktor der Asklepios Kliniken Schildautal) und Dr. Batusic (Leitender Oberarzt) mit ihrem Fachvortrag über die Probleme der Antibiotika-Therapie die Bürgernahe Veranstaltungsreihe.
Die Verordnung von Antibiotika ist im ambulanten wie stationären Bereich immer noch zu hoch und muss in unser allen Sinnen deutlich reduziert werden. Während bei einer schweren Blutvergiftung oder schweren Lungenentzündung die Antibiotika Leben retten, so sollte man insbesondere bei Erkältungskrankheiten meist auf Antibiotika gänzlich verzichten. Dafür lieferte der Vortrag entsprechende Zahlen, Daten und Fakten. Der Verzicht auf Antibiotika ist kein leichtes Unterfangen, da sowohl Ärzte wie auch Patienten im Einzelfall eine mögliche Verschlechterung in Kauf nehmen müssen. Der Vorteil des Antibiotika-Verzicht kommt aber sowohl dem einzelnen Patienten wie seiner Umgebung zu gute. Antibiotika verändern nämlich nicht nur das Mikrobiom des einzelnen sondern auch das der Menschen mit denen er Kontakt hat. Die Asklepios Kliniken Schildautal konnten zwar über die letzten vier Jahre den Verbrauch der Antibiotika um 60 Prozent senken, dennoch so Professor Ortlepp und Dr. Batusic, bleibt es eine sehr aktive Aufgabe den Einsatz weiter zu reduzieren. Den Ausführungen schloss sich eine sehr interessierte Diskussion an, in der viele der anwesenden Gäste ihre Fragen stellen konnten. Aus den gestellten Fragen wurde die „Ohnmacht“ aus Patientensicht deutlich, wenn es um die „richtige“ Einnahme von Antibiotika gehe. Der spannende Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde hat für dieses Thema sensibilisiert. Bürgermeister Erik Homann und Stadtmarketing-Chef Thorsten Scheerer freuen sich bereits auf die nächste Veranstaltung im ersten Quartal 2014.