Apfelsaft made in Seesen gibt es bei den Leipelts

Walter Leipelt und Sohn Christian in der neuenMosterei in Seesen: Nachdem der Betrieb in Engelade aufgrund steigender Nachfrage zu klein geworden war, ist das Familienunternehmen in die Bismarckstraße auf das Gelände der alten Nudelei umgezogen.

Urlaubsidee in die Tat umgesetzt: Nach fünf Jahren Betrieb vergrößert und in die alte Nudelei umgezogen

Apfelsaft made in Seesen – schon seit fünf Jahren mostet die Familie Leipelt aus Engelade eigenen Saft. Bisher in Engelade, nun in der Kernstadt. „Die Geschäftsidee entstammt einem Bodensee-Urlaub von vor fünf Jahren“, erinnert sich Walter Leipelt. Er und seine Frau Edith beschlossen: „Das machen wir auch. Aufgrund der ständig wachsenden Nachfrage haben wir uns entschlossen, einen neuen größeren Betriebsstandort für unsere Mosterei zu errichten, so dass wir den laufenden Anforderungen gewachsen sind.“
In der neuen Mosterei in der Bismarckstraße auf dem Gelände der ehemaligenTeigwarenfabrik wird das Obst zu einem naturreinen Saft verarbeitet. Wie das funktioniert konnten während der Eröffnung vor wenigen Tagen interessierte Besucher sehen. Zunächst werden die Früchte in der Obstwaschanlage mit klarem Wasser gereinigt.
Nach dem Waschen wird das Obst in eine Rätzmühle gefördert, wo es zerkleinert wird. Die so gewonnene Maische wird lagenweise in Press­tücher eingeschlagen und zu einen Pressstock aufgeschichtet. In der hydraulischen Packpresse wird mit einem Druck von etwa 300-bar der Saft gewonnen. Übrig bleibt der Tres­ter, der dann als Wild- oder Kuhfutter verwendet wird. Der naturbelassene Obst­saft wird dann in bestimmten Behälter weitergeleitet.
Damit der Saft auf natürliche Weise frisch und schmackhaft bleibt, wird er pasteurisiert. Dabei werden keine Zusatzstoffe oder Konservierungsmittel zugesetzt. Um den Saft haltbar zu machen, wird er nur kurz auf rund 78 Grad Celsius erhitzt, so dass die wertvollen Inhaltstoffe weitgehend erhalten bleiben und weiterhin Bestandteil des Saftes sind.
Im letzten Schritt wird der Saft in das Bag-in-Box-System abgefüllt und ist somit für die Mitnahme bereit. „Bag in Box“ heißt so viel wie: Beutel in Karton. Der erhitzte Saft wird in Fünf- beziehungsweise Zehn-Liter-PE-Beutel mit einem patentierten tropfsicheren Zapfhahn abgefüllt. Ein großer Vorteil der Beutel ist, dass der Saft nach Anbruch noch mindestens zwei bis drei Monate auch ungekühlt haltbar ist, da beim Zapfen des Saftes keine Luft in den Beutel gelangen kann.
Interessierte Saftfreunde aus der Region haben die Möglichkeit, Äpfel, Birnen, Quitten, Möhren und Rote Beete bei Familie Leipelt pressen zu lassen. Walter Leipelt erklärt: „Es gib zwei Möglichkeiten des Mostens. Der Kunde vereinbart einen Termin mit uns, liefert das Obst an, und holt den Saft zu einem späteren Zeitpunkt wieder ab oder er wartet den Produktionsablauf ab und nimmt abgefüllten Saft gleich wieder mit nach Hause.“ Insgesamt beschäftigt das kleine Familienunternehmen zwölf Mitarbeiter, die tatkräftig mit anpacken. Am kommenden Sonnabend, 16. September, sind alle interessierten Kinder zum Erlebnismosten eingeladen. Los geht es um 10 Uhr den ganzenTag über bis 18 Uhr. Vorherige Anmeldungen nehmen Walter und Edith Leipelt unter der Telefonnummer (05381) 5035 entgegen.