„Apfelschorlenfan“ hat nur 0,30 Promille

Kirchberger (39) wird zu einem Monat Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt

Seesen / Kirchberg (mn). Gestern hatte der Kirchberger „Apfelschorlenfan“ (der „Beobachter“ berichtete) seinen zweiten Auftritt vor dem Seesener Amtsgericht. In der vergangenen Woche war der 39-jährige Fensterbauer, der sich wegen Trunkenheit im Straßenverkehr zu verantworten hatte, mit einem stattlichen Alkoholwert von 3,60 Promille zu seiner Verhandlung erschienen. Sein Zustand machte eine Verhandlung unmöglich. Deshalb entschlossen sich Richter und Staatanwältin zu einer Vertagung der Verhandlung. Rüger schärfte dem Kirchberger ein, es ja nicht zu wagen, nochmals betrunken zu der Verhandlung zu erscheinen. Ansonsten schicke er ihn ins Gefängnis.
Pünktlich fand sich der Angeklagte im Sitzungssaal 104 im Seesener Amtsgericht zum Atemalkoholtest ein. Beim Blasen in das Gerät zitterte der Mann verdächtig. Offensichtlich hatte er starke Entzugserscheinungen. Der Wert, den die Messung dann ergab, ermöglichte eine Verhandlung. Der Fensterbauer hatte einen Restalkoholwert von 0,30 Promille, konnte sich das aber überhaupt nicht erklären. Er hätte doch gestern nur, und jetzt kommt es, „Apfelschorle“ getrunken.
Auf Nachfrage des Richters räumte er aber ein, dass er bis zur Mitagszeit einige Biere, und dem Alkoholgeruch nach zu urteilen, auch einige Schlücke aus der Wodkaflasche zu sich genommen hatte.
In der Verhandlung räumte der Mann die Tatvorwürfe erneut ein. Schon in der vorangegangenen Verhandlung gab er zu, besoffen mit dem Fahrrad von Kirchberg nach Münchehof gefahren zu sein.
Ob der langen Liste von Vergehen, die immer in Verbindung mit extensiven Alkoholzuspruchs standen, verurteilte ihn der Richter zu einer Freiheitsstrafe von einem Monat, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Als weitere Auflage bekam er den Auftrag, sich um eine ambulante Suchttherapie zu kümmern. Auf seinen Pkw-Führerschein, den er im Rahmen einer Alkoholfahrt entzogen bekam, muss er jetzt wohl noch sehr lange warten.