Atelierbesuch bei Konrad Mätzig

Der Kunstkreis Kloster Brunshausen setzt Besuche fort

An einem warmen Spätsommerabend begab sich eine Gruppe Kunstinteressierter auf Initiative des Kunstkreises Kloster Brunshausen nach Avendshausen bei Einbeck. Das Ziel war das Atelier des Graphikers, Malers und Skulpturen schaffenden Konrad Mätzig.
Vor mehr als 30 Jahren erwarb der jetzt 72-jährige Mätzig ein altes, idyllisch gelegenes Fachwerkhaus samt Stallungen, das ihm und seiner Familie als Wohnhaus, Werkstatt und Ausstellungsmöglichkeit dient. Das ganze Haus atmet Ruhe, Gediegenheit und Nostalgie, ebenso wie Konrad Mätzig selbst.
Der Künstler sammelt in seiner Umgebung Äste, Zweige von Eichen, Linden, Kirschen, Granitsteine, nicht mehr benutzte Jutesäcke und kleine Federn, um sie fantasievoll zu einem Kunstwerk zusammen zu fügen. Es entstehen zierliche, kleine Tänzerinnen in anmutigen Röckchen aus gespanntem Holz, schwergewichtige, große Menschenkörper und Tiere. Granitsteine werden wohlgerundet als Kopf oder gewölbter Leib in den Holzkörper eingebettet. Zweiglein, mit bunten Stoffstreifen verklebt, bilden den Rahmen zu seinen Materialbildern. Das gesammelte Holz wird häufig entrindet, um dann als Arm, Bein oder Tierkörper Verwendung zu finden.
Seit über 50 Jahren lebt Konrad Mätzig mit, für und von der Kunst. 1998 malte er noch Aktbilder, Derzeit arbeitet er an einer langen Himmelsleiter, an deren Fuß ein Reiter rücklings auf einem Pferd liegt, nicht wissend, ob er schon die Leiter besteigen soll. Auf die Frage, woher er seine Anregungen nehme, ob aus der Politik, der Gesellschaft oder Umwelt, antwortet er spontan: „Aus mir selbst. Das entwickelt sich bei der Arbeit.“ Schamanismus und Mythologie scheinen ihm nicht fremd zu sein.
Konrad Mätzigs Werke beeindrucken, regen zum Weiterdenken an und sind in doppeltem Sinne begreifbar.