Auch im Jubiläumsjahr wird es einen Faslabend geben

Auch das Harzer Brauchtum wird beim Faslabend gepflegt. (Foto: bo)

Harzklub Seesen richtet zum 45. Mal die beliebte Veranstaltung im Hotel Wilhelmsbad aus

Seesen (HS). Auch in diesem Jahr wird wieder der traditionelle Faslabend gefeiert, und zwar am Sonnabend, 12. März, ab 19 Uhr im Hotel „Wilhelmsbad“. Im Jubiläumsjahr – bekanntlich feiert der Harzklub Seesen sein 125-jähriges Bestehen – ist es bereits der 45. Faslabend.
Diese Art Niederdeutsche Fastnacht geht in den Ursprüngen schon viele Jahrzehnte zurück. Damals war es üblich, zum Ende der Winterzeit sich bei Schlachtewurst und Hallerbrot – oder auch Hallerkuchen genannt – zu einem gemütlichen Abend zusammenzufinden. Die Wurst wird wieder nach alten Rezepten selbst hergestellt (natürlich von lizenzierten Hausschlachtern), und auch das Brot ist eine seltene Delikatesse und wird exklusiv nur für den Harzklub hergestellt.
Am Fastnachtswochenende ging die Dorfjugend meist mit Musik durch ihren Ort, und dazu gehörten allerlei verkleidete traditionelle Figuren. Die Kinder hatten einen sogenannten „Fuie“-Busch aus Fichtenzweigen dabei, und die Passanten bekamen damit einen symbolischen „Streich“. Durch das Berühren mit dem Grünzeug sollte neue Kraft für das Frühjahr eingeflößt werden. Außerdem gehörte dazu der Strohbär, der den Winter darstellte und nun mit Musik zum Beispiel von der Teufelsgeige, dem Akkordeon und mit dem Knallen der Fuhrmannspeitschen vertrieben werden soll. Weiterhin gab es den Gaffelträger, der die gesammelten Würste an seiner Gaffel aufhing und durch den Ort trug. Alle Spenden, die gesammelt wurden, konnten dann an diesem anschließenden lustigen „Faslabend“ verzehrt werden.
Diese Szenen können auch an dem diesjährigen „Faslabend“ wieder erlebt werden, wenn es nach dem Essen heißt: „Heut ist Faslabend“, gesungen von der Jugend- und Heimatgruppe. Mit Darbietungen der verschiedenen Gruppen geht es dann weiter. Beide Harzklub-Gruppen werden mit einem Spezialprogramm auftreten. Auch Gäste sind dabei, in diesem Jahr die „Wolfshäger Hexenbrut“ und aus Rhüden das „Florian-Echo“ mit Oberkrainer Musik à la Slavko Avsenik.
Der Kartenverkauf findet nur am Dienstag, 22. Februar, in der Zeit von 16 bis 17 Uhr im Bürgerhaus, Raum 7, statt. Wer keine Wurst und Brot möchte, kann natürlich auch „ohne Essen“ durch den Kauf einer Eintrittskarte dabei sein. Die Veranstaltung ist nicht nur für Harzklubler, auch Gäste sind herzlich willkommen.