Auf dem Weg zur demenzfreundlichen Kommune

Kreisrätin Kathrin Weiher gab...
 
.... einen Einblick in den Pflegebericht des Landkreises Goslar, deren Einwohner immer älter weden.

Gut besuchte Auftaktveranstaltung im Bürgerhaus / „Toleranz, Respekt und Hilfsbereitschaft“

Die Stadt Seesen möchte mit dem paritäischen Wohlfahrtsverband Seesen und verschiedenen Netzwerkpartnern eine demenzfreundliche Kommune werden.

Die Auftaktveranstaltung „Demenzfreundliche Kommune Seesen“ darf dabei durchaus als gelungen bezeichnet werden. Zahlreiche interessierte Seesener waren ins Bürgerhaus gekommen, um den Vortrag der 1. Kreisrätin Kathrin Weiher zum Thema Demenz im Landkreis Goslar und dem Referat von
Gertrud Terhüne von der Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle ambet Braunschweig über das Thema „Demenzfreundliche Kommune – Was ist das?“ beizuwohnen.
Begrüßt wurden die rund 70 Gäste von Bürgermeister Erik Homann, der deutlich machte, dass der Weg in eine demenzfreundliche Kommune sicherlich der richtige sei. Befürchtungen, dass die Kommune dadurch ein schlechtes Image erhalte, könne er nicht teilen. Wichtiger sei vielmehr, dass sich die Stadt Seesen den Problemen und Herausforderungen stellt. Dass diese Herausforderungen nicht aus der Luft gegriffen sind, stellte die 1. Kreisrätin Kathrin Weiher heraus. Sie machte, anhand von Zahlen, Daten und Fakten aus dem Pflegebericht des Landkreises Goslar deutlich, wie es um die Alterssituation vor Ort bestellt ist.
Der Landkreis Goslar ist von der Alterstruktur her der zweitälteste in ganz Niedersachsen, mit dem höchsten Anteil an über 65-Jährigen. Getoppt wird Goslar lediglich vom benachbarten Landkreis Osterode. Kein Wunder also, dass das Thema Demenz hier immer mehr um sich greift, da auch die Menschen immer älter werden.
Die Frage, was eine demenzfreundliche Kommune bewirken kann, beantwortete dann Psychologin Gertrud Terhüne. Der Umgang mit der Demenz sei geprägt von Begriffen wie Hilfsbereitschaft, Toleranz und Respekt vor den Betroffenen. Die Bevölkerung soll in diesen Prozess einbezogen und vor allem sensibilisiert werden, wie Christiane Bernd, Diplom-Sozialpädagogin beim Pariätischen im Anschluss an die Auftaktveranstaltung im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich machte.
Ob beispielsweise Polizisten, Bus- oder Taxifahrer oder Geschäftsinhaber und viele mehr: wer sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzt, kann in Alltagssituationen kompetent handeln. Hier gelte es soziale Verantwortung zu übernehmen für Menschen, die Unterstützung benötigen.
Als besonderes Highlight bot der Paritätische den Gästen zwischendurch eine Einlage des Seniorentheaters „Wundertüte“. Diese fröhliche Braunschweiger Theater-Gruppe hat sich ebenfalls mit dem Thema Demenz beschäftigt: teils dramatisch und teils auch komisch wurde gespielt und aufbereitet, welche Situationen in der Bank, im Restaurant, an der Bushaltestelle vorkommen können, wenn sich die Umwelt mit demenzerkrankten Menschen auseinandersetzt. Aus dem Leben gegriffen und mit Komik und Satire überzeichnet – das Seniorentheater war ein toller Beitrag im Rahmen der Auftaktveranstaltung.
Fazit: Das Ziel einer demenzfreundlichen Kommune ist es, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen Verständnis, Wertschätzung und Unterstützungsbereitschaft entgegen gebracht wird. So weit wie möglich sollen Erkrankte ganz selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben vor Ort teilhaben können.
Mit dem HilDe Projekt (Hilfen bei Demenz) des Paritäischen und Initiativen anderer Anbieter wurden dafür schon erste Grundlagen in Seesen geschaffen. Daran soll nun angeknüpft werden und so sollen zukünftig über das Jahr verteilt verschiedene Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt werden, um aufzuklären, zu sensibilisieren, Verständnis zu fördern und Berührungsängste abzubauen.

Bürgersprechstunde
und Jazzfrühschoppen

Weiter geht es am 22. Mai mit einer Bürgersprechstunde der Asklepios-Kliniken Schildautal zum Thema „Demenz“ im Bürgerhaus. Am 26. Juni wird im Rahmen des Kirchenkino-Projektes der Film „Eines Tages“ gezeigt. Selbstverständlich wird auch hier das Thema Demenz aufgegriffen.
Weiterhin wird am 26. Juli ein Jazzfrühschoppen mit der Jazzformation „Elke auf dem Holzweg“ im Koch’schen Hof stattfinden. Dann feiert das Projekt Hilfen bei Demenz (HilDe) sein 10-jähriges Bestehen.
Ende September schließlich findet eine Fortbildungsveranstaltung mit dem Horizont-Hospizverein statt. Hier setzen sich die Teilnehmer mit der Demenz am Lebensende auseinander.
Das Demenz-Projekt wird unterstützt von den Asklepios Kliniken Schildautal, der AWO, der Horizont-Hospizinitiative Seesen, dem Landkreis Goslar und ambet (Ambulante Betreuung hilfs- und pflegebedürftiger Menschen) sowie dem Lions-Club Seesen Osterode und Roswitha von Gandersheim, dem Seesener „Beobachter“, der Seniorenwohnanlage am Schildberg des St. Vitus sowie der Volksbank in Seesen, der Alzheimer-Gesellschaft Braunschweig, dem Stadtmarketing Seesen, dem Seesener Seniorenrat und der Baugenossenschaft „Wiederaufbau“.