Auf den Spuren von Wilhelm Fitzenhagen

Museumsleiter Friedrich Orend, Dolmetscherin Anna Polyak, Bürgermeister Erik Homann, Vorsitzender Konzerte an St. Andreas, Werner Heindorf, Mikhail Bryzgalov, Museumsdirektor des Glinka Museums, Archivarin Natalya Tartakovskaya, Martin Weller, Orchesterdirektor Braunschweiger Staatstheater, und Stanislav Ousatchev.

Zum kulturellen Austausch war am Wochenende eine Delegation aus dem Glinka Museum in Moskau angereist

Seit Tagen liegen die Temperaturen in Seesen weit unter dem 0-Punkt. In Seesen herrscht sibirische Kälte. Kein Wunder also, dass sich die Gäste aus Moskau bei uns pudelwohl gefühlt haben. Vielleicht lag es aber auch an den interessanten Besuchen des Städtischen Museums und Braunschweiger Staatstheaters. Begrüßt werden konnte die Delegation aus dem Glinka Museum in Moskau am vergangenen Freitag in Seesen. Im Mittelpunkt des Treffens stand der Cellist Wilhelm Fitzenhagen, der 1848 in Seesen geboren wurde und dessen Nachlass in besagtem Glinka Museum bewahrt wird.
Der Name von Wilhelm Karl Friedrich Fitzenhagen ist heute eher nur Kennern bekannt. In seiner Zeit genoss er allerdings als hervorragender Interpret und Cello-Professor am Moskauer Konservatorium international großes Ansehen. Der heute unverschuldet in Vergessenheit geratene deutsche Künstler gehörte zu dem engsten Freundeskreis von Peter Iljitsch Tschaikowsky und inspirierte diesen, sein erstes Originalwerk für Cello zu schreiben: Variationen über ein Rokokothema op. 33. Das im Dezember 1876 geschriebene Werk wurde Fitzenhagen gewidmet und 1877 in Moskau uraufgeführt.
Martin Weller, Orchesterdirektor am Braunschweiger Staatstheater, kann sich einen musikalischen Austausch sehr gut für die Zukunft vorstellen. So könnten beispielsweise Cello-Absolventen des Mos­kauer Konservatoriums mit dem Braunschweiger Staatsorchester auftreten – vielleicht sogar mit Werken aus Fitzenhagens Feder. Angereist war Mikhail Bryzgalov, Museumsdirektor des Glinka Museums, aber auch, um eine Ausstellung über den Cellisten zu planen.
Bei einem Besuch im Städtischen Museum in Seesen wurden die Gäste von Bürgermeister Erik Homann begrüßt, der sich ganz besonders über den kulturellen Austausch zwischen der Stadt Seesen und einer solch großen Stadt wie Moskau freut. Museumsleiter Friedrich Orend führte die interessierten Gäste durch die verschiedenen Ausstellungen und brachte ihnen dabei ein kleines Stückchen Seesener Stadtgeschichte näher – der Geburtsstätte Fitzenhagens.
Bei einem darauffolgenden Besuch in Braunschweig am Montag vereinbarte Mikhail Bryzgalov eine Ausstellungskooperation mit dem Landesmuseum. 2014 wird dann eine Schau zu internationalen Musikerbeziehungen zu sehen sein, in der Fitzenhagen den Prototyp des westlichen Künstlers im Russland des 19. Jahrhundert darstellt.