Auf toom folgt ein Sonderpostenhändler

In luftiger Höhe: in den vergangenen Tage wurden die Werbeschilder des toom-Baumarktes in der Braunschweiger Straße abgebaut. Im April 2016 soll in der Immobilie ein Jawoll-Sonderpostenmarkt eröffnen.

In der Braunschweiger Straße soll im April 2016 ein Jawoll-Sonderpostenmarkt eröffnen

Die Abwicklung des toom-Baumarktes in der Braunschweiger Straße, der bereits seit einigen Wochen geschlossen hat, verläuft schneller als ursprünglich geplant. Denn eigentlich hatte die Baumarktkette, die zur Kölner Rewe-Group, einem der bedeutendsten Handels- und Touristikkonzerne in Europa, gehört, die Absicht, die Seesener Filiale erst zum 31. Januar kommenden Jahres zu schließen.
Der Abverkauf des Warenbestands verlief jedoch wahrscheinlich auch aufgrund zahlreicher Rabattaktionen so zügig, dass der Markt in Ermangelung von Ware schon früher die Türen dicht machte. In den vergangenen Tagen wurden nun die Werbeschilder des Marktes abmontiert, so dass schon bald nichts mehr an den einstigen Baumarkt erinnern wird.
Wie der „Beobachter“ bereits vor Wochen berichtete, droht der Stadt Seesen in dieser Immobilie jedoch kein weiterer Leerstand. So hatte Matthias Böhm von der Firma TIAA Henderson Real Estate (TH Real Estate) gegenüber unserer Zeitung erklärt, dass der weltweit operierende Immobilienverwalter mit einem Einzelhandelskonzern in Verhandlungen steht. Ende November vermochte Böhm aber noch keine Auskunft über den potentiellen Nachmieter preis zu geben. Im Gespräch vertröstete Böhm den „Beobachter“ auf Ende Dezember, da sein Unternehmen die Verhandlungen erst unter Dach und Fach bringen wollte.
In der Zwischenzeit brodelte in der Sehusastadt die Gerüchteküche. So wurde unter anderem auf der facebook-Seite des „Beobachter“ spekuliert, dass der in Bad Gandersheim ansässige Schnäppchenhändler „RambaZamba“ eine Filiale in der ehemaligen Baumarktimmobilie eröffnen könnte. In der Diskussion fiel jedoch auch der Name „Kaufland“.
Nun wurde von offizieller Seite bestätigt, dass sich in der Braunschweiger Straße der Soltauer Restpostenhändler „Jawoll“ mit einer Filiale niederlassen wird. Wie unserer Zeitung von einem Unternehmenssprecher erfuhr, soll die Eröffnung bereits im April 2016 erfolgen.
Die Jawoll- und Hafu-Sonderpostenmärkte, so ist es auf der Internetseite des Unternehmens zu erfahren, sind seit mehr als 30 Jahren ein fester Bestandteil in der deutschen Handelslandschaft. Die ursprünglich als Familienunternehmen gegründete Firma gehört heute mehrheitlich zur B&M Value Retail Group, die über 450 Non-Food-Discountmärkte in Großbritannien betreibt. Die Gruppe betreibt zudem noch weitere Betriebe in China und Hong Kong.
Die Jawoll-Sonderposten-Abholmärkte sind auf den Verkauf von Restposten aus verschiedensten Warengruppen spezialisiert. Neben Waren aus den Bereichen „Wohnen und Haushalt“ verkauft das Unternehmen auch Artikel für den Garten- und Campingbereich sowie für Freizeit- und Sportaktivitäten. Zum Portfolio gehören aber auch Autozubehör, Tierbedarf und Gartengeräte um nur einige Beispiele zu nennen.
Deutschlandweit existieren aktuell rund 50 Jawoll-Sonderpostenmärkte. Das Unternehmen spricht auf seiner Homepage von rund elf Millionen kaufenden Kunden pro Jahr.
Auch für die Stadt Seesen dürfte die Ansiedlung des Restpostenhändlers eine willkommene Nachricht sein, denn Einnahmen aus der Gewerbesteuer kann eine Kommune eigentlich immer gebrauchen. Darüber hinaus dürfte die Niederlassung auch positive Auswirkungen auf dem Seesener Arbeitsmarkt haben.