Aufruf der Seesener Tierhilfe blieb nicht ungehört

Die kranke Hündin „Lilli“ ist nur eines von vielen Tieren mit einem harten Schicksal.

Viele Futterspenden und finanzielle Hilfen zur Verfügung gestellt / Leider auch erschreckende Folgen festgestellt

Seesen (bo). Nachdem die Seesener Tierhilfe in eine große finanzielle Misere geraten ist, wie bereits im Seesener „Beobachter“ am 23. Mai zu lesen war, hat sich inzwischen so einiges getan. Viele Futterspenden konnte das Team der Tierhilfe in Empfang nehmen. An der Spendenaktion beteiligten sich auch das Tierheim Eckertal, der Tierschutzverein Goslar und Clausthal-Zellerfeld. Viele Privatpersonen sammelten fleißig Spenden und brachten diese nach Münchehof. Somit konnte erst einmal die schlimmste Not gelindert werden. Dennoch ist „die Kuh noch nicht vom Eis“, wie der Vorstand erklärt. Es fehlt immer noch an finanzieller Unterstützung. Zwar kann der Verein zunächst mit dem Spendenaufkommen in etwa drei Monate die aufwendige Versorgung der Tiere überbrücken, doch eine Unterdeckung der laufenden Kosten lässt an das Fortbestehen des Gnadenhofes zweifeln.
Das Hauptproblem stellen die schlecht vermittelbaren scheuen Katzen dar. Für sie werden dringend Katzenfreunde gesucht, die ihnen ein neues Zuhause schenken wollen oder sie mit einer monatlichen Zuwendung unterstützen.
Erschreckend war nach Angaben der Tierhilfe Seesen auch die Tatsache, wie viele Tierhalter dem Aufruf in ganz anderer Hinsicht folgten. Kurz nach Bekanntgabe der Situation erreichten den Verein zahlreiche Anrufe von Tierhaltern, die ihre Tiere abgeben wollten – darunter wieder ganz besonders viele Katzen und Katzenbabys. Trotz ständiger Aufklärung der Tierschutzvereine werden immer wieder Katzenbabys produziert. Das müsse nicht sein, erklärt die Tierhilfe, denn eine Kastration kann durchaus schon vor Geschlechtsreife der Tiere erfolgen. Die Tierhilfe Seesen plädiert aufgrund der Verantwortungslosigkeit mancher Katzenhalter daher auch für eine bundesweite Kastrationspflicht von freilaufenden Katzen. Die Tierheime sitzen voll mit Katzen und werden der jährlichen Schwemme von Babys nicht mehr Herr. Es könne auch nicht sein, dass die Vereine immer wieder hohe Kosten durch die Aufnahme haben, denn nicht jeder Tierhalter ist bereit eine angemessene Spende für sein Tier zu geben oder es zuvor impfen, kastrieren und entwurmen zu lassen. Trotz aller Ärgernisse ist der Vorstand der Tierhilfe Seesen voller Hoffnung. Diverse Aktionen sind geplant oder bereits am laufen.
So findet auch am 29. Juli ein Sommerfest mit Flohmarkt, Speisen und Getränke, einer Tombola und vieles mehr, in Münchehof statt. Alle Bürger und Tierfreunde sind herzlich eingeladen und der Vorstand hofft auf zahlreiche Besucher und natürlich schönes Wetter. Das Tierschutzteam bedankt sich bei allen Spendern und vielleicht kann man sich auch mal persönlich auf dem Sommerfest kennen lernen.
Für Fragen und Anregungen, Hilfe jeder Art, steht das Team unter den Telefonnummern (05381) 942535 oder 0172- 1011776 zur Verfügung. Weiterhin kann man sich über die Homepage unter www.tierhilfe-seesen.de informieren. Dort findet man alle Neuigkeiten, viele Themen rund um den Tierschutz, Prophylaxe und Krankheiten und natürlich auch die Vermittlungs- und Patentiere.

Spendenkonto: Braunschweigische Landessparkasse, Kontonummer 199937384 und Bankleitzahl 25050000.