Auftakt nach Maß für deutsch-polnische Schulpartnerschaft

Auch dem Karl-May-Museum in Radebeul wurde ein Besuch abgestattet.
 
Eine Kutschfahrt gehörte ebenfalls zum Programm.

Schüler aus Seesen und Kozmin Wielkopolski treffen sich in Dresden – Kommunikation klappt ohne viele Worte

Seesen (poe). Sie trafen sich in Dresden, um die noch junge Partnerschaft zwischen der Kurpark-Schule in Seesen und der „Specjalny Osrodek Szkolno Wychowawczy“, einer Schule mit angegliedertem Internat im polnischen Borzeciczki, erstmals mit Leben zu erfüllen: Nur wenige Wochen, nachdem im Verlauf des Besuches einer Delegation der Lebenhilfe Bad Gandersheim-Seesen in der rund 650 Kilometer entfernten Stadt Kozmin Wielkopolski, genauer gesagt im Kozminer Stadtteil Borzeciczki, die freundschaftlichen Beziehungen offiziell begründet worden waren, kamen jetzt Schülerinnen und Schüler beider Schulen zu einer knapp einwöchigen deutsch-polnischen Begegung im sächsischen Elbflorenz zusammen.
Wie der Geschäftsführer der Lebenshilfe, Bernward Steinkraus – er hatte die acht Schüler aus den Reihen der Abschlussklasse der Kurparkschule im Alter zwischen 19 und 25 Jahren gemeinsam mit vier weiteren Betreuerinnen und Betreuern sowie einer Dolmetscherin in die ostdeutsche Landeshauptstadt begleitet – anmerkte, sei es der erklärte Wunsch des Lebenshilfe-Vorstandes gewesen, der Abschlussklasse diese Fahrt als äußeres Zeichen des Dankes und der Anerkennung zu schenken. Und zwar für die Aufführung des Musicals „Staunende Augen“, mit dem die Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Seesen gegen Ende Oktober vergangenen Jahres im Rahmen des Aktionstages der niedersächsischen Lebenshilfe in Celle gut 3000 Besucher begeistert hatten.
„Darüber hinaus“, so Steinkraus weiter, „war es dem Vorstand unter der Federführung des 1. Vorsitzenden, Hans-Werner Ohlsen, ein besonderes Anliegen, aus Anlass der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der „Specjalny Osrodek Szkolno Wychowawczy“ zur Teilnahme an dieser Fahrt einzuladen.
Als Treffpunkt für die erste Begegnung der deutschen und polnischen Schüler, die während ihres Aufenthaltes übrigens in einer Freizeiteinrichtung der Lebenshilfe Dresden untergebracht waren, hatte man sich das „Spitzhaus“ ausgeguckt – ein Restaurant hoch oben auf einem Weinberg der Lößnitz gelegen und Garant für einen grandiosen Blick auf Radebeul und über das Elbtal hinweg bis nach Dresden. Über eine Landschaft mit ihren Städten und Dörfern, die man in den darauf folgenden Tagen gemeinsam erkundete. So beispielsweise im Zuge einer Stadtrundfahrt durch Dresden, der sich eine Stadtführung zu den vielen und einzigartigen Sehenswürdigkeiten der Stadt anschloss.
Auf dem Programm standen ferner eine Schifffahrt auf der Elbe bis zum so genannten „Blauen Wunder“, also zur „Loschwitzer Brücke“, die zwei beidseitig des Stroms gelegene Villengegenden miteinander verbindet, sowie eine Fahrt mit der Standseilbahn zum „Luisenhof“. Die Besichtigung des Karl-May-Museums in Radebeul oder aber der Besuch einer Auto- und Motorrad-Ausstellung, die die Nobel- und Kult-Karossen dieser Welt unter einem Dach vereint, fehlten ebenfalls nicht.

Weichenstellung für kontinuierliche Entwicklung

Dass darüber hinaus der Freizeitspaß nicht zu kurz kam, versteht sich wohl von selbst. Da ging es beispielsweise darum, auf der Bowlingbahn den Sieger zu ermitteln, erleichterte ein abendlicher Disco-Besuch das gegenseitige Kennenlernen, traf man sich schließlich in der „Schwarzen Seele“ – in einem Gasthaus in Alt-Kötzschenbroda (Radebeul), dessen Name übrigens weitaus gruseliger klingt, als es die „wahren Begebenheiten“, die ihm zugrunde liegen, vermuten lassen.
Hier nun tauschte man nicht nur Gastgeschenke aus, sondern legte vielmehr das weitere Vorgehen mit Blick auf eine kontinuierliche und erfolgreiche Entwicklung dieser Schulpartnerschaft fest. Danach werde, wie Bernward Steinkraus betonte, im Mai kommenden Jahres eine Gruppe von Schülern der Kurpark-Schule für eine Woche nach Borzeciczki fahren; der Gegenbesuch erfolge dann im darauf folgenden Jahr. Für ihn der Beginn eines jährlich wechselnden Schüler- und Jugendaustausches, der – wie er einräumte – vor dem Hintergrund der sprachlichen Barrieren sicherlich mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sein dürfte. „Mit Schwierigkeiten, die jedoch dank unserer Mitarbeiterin Joana Smuda, die sich trefflich als Dolmetscherin bewährte, schon bei diesem ersten Treffen hervorragend gemeistert werden konnten.“ Denn nachdem sich die polnischen und deutschen Schülerinnen und Schüler zunächst ein wenig schüchtern und zurückhaltend gegenüberstanden, habe sich nach seinen Worten rasch gezeigt, dass „die Kommunikation auch ohne viele Worte hervorragend klappt“; Steinkraus: „Hauptsache, die Chemie stimmt“.