Ausbau der A7 wird der Feuerwehr viel Arbeit bereiten

Für 40-jährige Mitgliedschaft wurden diese Brandschützer geehrt. (Foto: Strache)
 
Seit 25 Jahren halten diese Feuewehrleute der Seesener Wehr die Treue. (Foto: Strache)

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Seesen ehrte im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung verdiente Brandschützer

Von Maximilian Strache, Seesen

11951 Stunden ehrenamtliche Arbeit liegen hinter den 86 aktiven Brandschützern der Seesener Feuerwehr, die sich am vergangenen Sonnabend zu ihrer bereits 141. Generalversammlung trafen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen neben der Neuwahl des Ortsbrandmeisters (der „Beobachter“ berichtete) und seines Stellvertreters die Ehrung und Beförderung verdienter Brandschützer.
Zu den Gästen gehörten neben Bürgermeister Erik Homann auch der 1. Stellvertretende Bürgermeister Jürgen Ebert, Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky sowie Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke.
Bevor es zu den Wahlen, Ehrungen und Beförderungen kam, mussten aber zunächst die immanenten Regularien einer Jahreshauptversammlung abgehandelt werden. Dazu zählten neben der Eröffnung und der Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung natürlich auch das Verlesen der Niederschrift der 140. Generalversammlung.
Im Anschluss daran folgten die Jahresberichte des Ortsbrandmeisters Wolfgang Sachse, des Jugendwartes Christoph Sachse, der erste Jahresbericht der Kinderfeuerwehr, der Bericht des Kassierers Ulrich Waselewski, die Berichte der Kassenprüfer sowie der Gefahrgutgruppe.
Den Aufzeichnungen von Ortsbrandmeister Wolfgang Sachse war unter anderem zu entnehmen, dass die Seesener Feuerwehr insgesamt zu 79 Brandeinsätzen ausrücken musste; darunter waren auch zwei Großfeuer. Ferner berichtete Sachse über diverse Ausbildungen, Übungen und Anschaffungen der Wehr.
Auch der Bericht über die Kinderfeuerwehr von Stephan Marschall hatte einen durchweg positiven Charakter. Mit der Bildung der Kinderabteilung, so der Tenor der Versammlung, reagiert die Seesener Feuerwehr auf die rückläufigen Mitgliederzahlen bei den Feuerwehren. Neben der Akquise potenzieller Mitglieder sollen die Kinder vor allem in sportlicher und sozialer Hinsicht gefördert werden.
Im Anschluss an die Jahresberichte wurden die Ehrungen langjähriger Mitglieder vorgenommen. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Ralf Kiehne, Kai Bosse, Dirk Hirschfeld und Stephan Marschall geehrt. Seit 40 Jahren halten Peter Palacz, Michael Nebenlung, Franz Peter Knopp, Lutz Lunkewitz und Dieter Hannemann der Feuerwehr die Treue. Für dieses Engagement wurden sie natürlich ebenfalls geehrt. Ein Jubiläum konnte Friedrich-Wilhelm Schilling feiern, der seit 50 Jahren Mitglied der Seesener Feuerwehr ist. Leider konnte er der Versammlung nicht beiwohnen.
Zum Ende der Sitzung wandten sich die Gäste an die Versammlung, um ein paar Worte des Grußes zu sprechen. Bürgermeister Erik Homann machte in seiner kurzen Ansprache deutlich, dass er großen Respekt vor der Arbeit der Feuerwehr habe. „Wenn ich mir allein die geleisteten Dienststunden anschaue, wird schon deutlich, welcher große Aufwand hinter diesem Engagement steckt. Das ist wirklich eine beeindruckende Zahl“, so Homann. Ferner sicherte der Bürgermeister der Feuerwehr seine volle Unterstützung zu und versprach, alles möglich zu machen, was mit dem finanziellen Rahmen der Stadt vereinbar ist.
Polizeihauptkommisar Siegfried Schnelle als Vertreter der Polizei dankte der Feuerwehr für die gute Zusammenarbeit und wünschte ihnen für die kommenden Einsätze stets ein sicheres Händchen. Dabei betonte Schnelle, dass die Brandschützer Leichtsinn und Mut nicht miteinander verwechseln sollten, sondern stets nach dem Motto verfahren sollten „Vorsicht ist keine Feigheit“.
Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky ging in seiner Ansprache vor allem auf die personellen Probleme der freiwilligen Feuerwehren ein und erklärte, dass diese Schwierigkeiten künftig noch stärker ausgeprägt sein dürften. Ferner berichtete Borsutzky über die thematischen Dauerbrenner wie die Einführung des digitalen Funkes und der digitalen Alarmierung. Dabei schloss er aber nicht aus, dass auch die neuen Systeme Probleme mit sich bringen könnten. Abschließend machte Borsutzky noch auf ein weiteres Problem aufmerksam. In der Vergangenheit, so Borsutzky, sei es wiederholt vorgekommen, dass Feuerwehrleute direkt vom Einsatzort Fotos in soziale Netzwerke wie twitter oder facebook eingestellt haben. Eine, vor allem in rechtlicher Hinsicht, nicht ganz ungefährliche Vorgehensweise. Deshalb appellierte der Kreisbrandmeister an die Versammlung, derartige Vorgänge zu unterlassen beziehungsweise nur unter strengster Vorsicht vorzunehmen.
Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke ging in seiner kurzen Rede neben der Einführung des digitalen Funkes (290 Meldeempfänger wurden bereits bestellt) und der digitalen Alarmierung vor allem auf die Anschaffung des neuen Löschfahrzeuges (LF 20) ein. Aufgrund der Insolvenz der Firma Ziegler, die mit dem Bau der Fahrzeuges beauftragt wurde, kommt es bei der Auslieferung zu Verzögerungen. Dennoch ist sich Warnecke sicher, dass das Fahrzeug zur vollsten Zufriedenheit der Wehr fertiggestellt wird. Die Auslieferung, die eigentlich noch in diesem Jahr stattfinden sollte, wird jetzt für Februar erwartet. Des Weiteren ging der Stadtbrandmeister auf den Ausbau der A 7 ein. Bereits im Herbst 2012 soll nach Informationen von Jürgen Warnecke mit der Abholzung der Bäume und dem Rückbau der Brücken von Rhüden in Richtung Seesen begonnen werden. Deshalb müssen sich die Einsatzkräfte der örtlichen Wehren weiterhin auf eine erhöhte Arbeitsbelastung einstellen. Bezüglich der Verkehrsführung hat der Stadtbrandmeister klare Vorstellungen. Er bevorzugt eine vierspurige Lösung in Richtung Süd beziehungsweise in Richtung Nord. Eine „Eiskanallösung“ wie sie jetzt zwischen dem Dreieick Derneburg/Salzgitter und der Anschlussstelle Bockenem/Lutter eingesetzt wird, hält Warnecke für wenig praktikabel. „Wir müssen die Erreichbarkeit etwaiger Unfallstellen immer gewährleisten können, um Menschen die im Baustellenbereich in Bedrängnis geraten schnellstmöglich helfen zu können“, so die Ansicht des Stadtbrandmeisters.
Zum Schluss machte Ortsbrandmeister Wolfgang Sachse noch auf das Wintervergnügen der Feuerwehr am 14. Januar im Hotel Wilhelmsbad aufmerksam. Karten für diese Veranstaltung sind ab sofort im Fahrradgeschäft von Thomas Kohlstedt, Bismarckstraße 7 in Seesen, im Vorverkauf zum Preis von 10 Euro erhältlich.