Ausbildung zur Deeskalation

Tischgespräch: gemeinschaftlich werden Ursachen und Lösungen von Konfliktsituationen erarbeitet. (Foto: Martini)

Schülerinnen und Schüler zu Streitschlichtern geschult / Zertifikat vorteilhaft bei Bewerbungen

In der heutigen Zeit muss sich nicht nur das politische Weltparkett um Konfliktlösungen auf globaler Ebene bemühen, sondern auch Schülerinnen und Schüler der Oberschule können sich deeskalative Mechanismen für die Prävention von Konflikten aneignen und diese anwenden.
Sieben Schülerinnen und Schüler ließen sich in einem dreitägigen Seminar im Seesener Kirchenzentrum zu Streitschlichtern ausbilden. Für die Dauer der Ausbildung wurden die Streitschlichter in spe vom Schulunterricht befreit. Die Teilnehmer bestehend aus sechs Realschülern und einem Hauptschüler waren Lea Celine Biergans, Julien-Noel De Rosa, Annalena Pech, Kuwan Hasko, Jana Neubert, Justin Kasten und Michael Kretzler.
Mediatorin Rosemarie Kopp und ihr Ausbildungsteam, bereits geschulte Streitschlichter, Mareike Münchow, Dorinel Sternal und Viktoria Ibenthal, gaben ihre Kenntnisse und Erfahrungen an die neue Generation weiter.
Zu den Aufgaben eines Streitschlichters gehören unter anderem, bei Auseinandersetzungen zwischen zwei oder mehreren streitenden Schülern zu vermitteln. Die Deeskalation ist das oberste Gebot und gleichzeitig das Ziel eines Streitschlichters. Während der Ausbildung lernen die Teilnehmer viel über konstruktives Konfliktverhalten, Gesprächsführung, Körpersprache, aktives Zuhören und wie die Emotionen der Konfliktparteien richtig zu deuten sind sowie diese in offenen Fragen zur Diskussion zu stellen. Der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung zum Streitschlichter wird anhand einer theoretischen und einer praktischen Prüfung ermittelt.
Den erfolgreichen Absolventen gratulierten Rosemarie Kopp und ihr Team ganz herzlich und dankten ihnen für ihr soziales Engagement und wünschten ihnen viel Glück für ihren weiteren Werdegang. Zusammen mit dem nächsten Versetzungszeugnis erhalten die neuen Streitschlichter zudem ein Zertifikat, welches sich für die Bewerbung bei Praktikums- und Ausbildungsplätzen als nützlich erweisen kann.
„Ein ehemaliger Kursteilnehmer bewarb sich in Hamburg um einen Ausbildungsplatz. Diesen erhielt er dann auch aufgrund des Streitschlichter Zertifikats in seinem Lebenslauf,“ erklärte Rosemarie Kopp. Somit kann eine erfolgreiche Teilnahme der Streitschlichter-Ausbildung mitunter der Schlüssel zu zahlreichen Karrieremöglichkeiten sein.
Sich zum Streitschlichter ausbilden lassen können alle Schülerinnen und Schüler, die sich schriftlich bei Rosemarie Kopp bewerben und zusätzlich zwei Empfehlungsschreiben von zwei Lehrern vorweisen können. Bewerber sollten bereits einige Grundvoraussetzungen zur Ausbildung mitbringen. Sie sollten geduldig sein, gut zuhören und sich selbst beherrschen beziehungsweise zurücknehmen können. Ein gutes Sozialverhalten ist also ein Muss für die Ausbildung zum Streitschlichter.