Ausstellung über Fredrik Pacius im Museum

Museumsleiter Friedrich Orend (links) führt Margit Weller und Werner Heindorf vom Verein Konzerte an Sankt Andreas durch die Sonderausstellung über den deutschen Komponisten und Schüler Louis Spohrs, Fredrik Pacius. (Foto: Strache)

23 Schautafeln informieren bis Sonntag, 20. November, über den Schüler von Louis Spohr

Von Maximilian Strache, Seesen

Viele Seesener werden mit dem Namen des deutschen Komponisten Fredrik Pacius wahrscheinlich sehr wenig anfangen können. Geschweige denn eine Verbindung des Komponisten, der überwiegend in Finnland tätig war, zur Voharzstadt ausmachen können. Fredrik Pacius hat Seesen vermutlich auch nie gesehen oder hier gewohnt. Doch eine Verbindung zu der 20.000 Einwohner-Stadt hat der Komponist doch irgendwie. Er war Schüler von einem der bekanntesten Söhne der Stadt, dem Geigenvirtuosen und begnadeten Komponisten Louis Spohr. Im Zuge der Verleihung des Louis-Spohr Preises an die finnische Ausnahme-Dirigentin Anna-Maria Helsing in der vergangenen Woche, wurde eine Ausstellung über den Komponisten und großen Verehrer von Louis Spohr im Kirchenzentrum eröffnet. Verantwortlich für die 23 Schautafeln umfassende Ausstellung zeichnet der Verein Konzerte an Sankt Andreas.
Inzwischen ist die Ausstellung in die Räume des städtischen Museums umgezogen und ist dort noch bis einschließlich Sonntag, 20. November, zu sehen. Werner Heindorf, 1. Vorsitzender des Vereins Konzerte an Sankt Andreas, besichtigte nun zusammen mit seiner Kollegin Margit Weller, Museumsleiter Friedrich Orend, um sich ein Bild von der Präsentation zu machen.
Ihren Anfang nimmt die Ausstellung im Eingangsbereich des ehemaligen Jagdschlosses und führt die Besucher über den Flur in die erste Etage des Hauses, bis in die Räumlichkeiten in denen das Wirken von Louis Spohr gezeigt wird.
Heindorf und Weller zeigten sich bei ihrem ersten Rundgang begeistert von der Umsetzung der Ausstellung und freuen sich, dass sie in Friedrich Orend einen kompetenten Fürsprecher für ihr Ausstellungsprojekt gefunden haben.
Orend, geschäftig und ehrgeizig wie er nun einmal ist, entschuldigte sich aber zugleich bei seinen beiden Besuchern, da er mit der Ausleuchtung der Schautafeln noch nicht zufrieden ist. „Das muss ich alles noch richtig an- und ausleuchten. Für mich heißt das, mit der Leiter durch die Räume zu flitzen und die Spots in die richtige Position zu bringen. Erst dann kommen die Schautafeln richtig zur Geltung.“
Werner Heindorf freut sich vor allem darüber, dass die Seesener mit dieser Ausstellung einen Einblick in das Werk eines Künstlers bekommen, der Louis Spohr sehr verehrte und von ihm inspiriert wurde. „Ich denke es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass die Werke von Fredrik Pacius stark von den Kompositionen seines Lehrmeisters inspiriert wurden, und er zum Teil versucht hat, die musikalischen Charakteristiken von Spohrs Stücken in seinen eigenen Kompositionen unterzubringen.“
In Finnland wird der gebürtige Hamburger noch heute für sein Werk verehrt. Aus Pacius Feder stammt unter anderem die Melodie der finnischen Nationalhymne „Maamme“, was so viel bedeutet wie „Unser Land“. Ein Blick auf einen Auszug aus seinen Hauptwerken zeigt aber, dass Pacius vor allem ein sehr vielseitiger Komponist war. Unter anderem hat er Opern geschrieben, Schauspielmusik komponiert und Kantaten kreiert.
Die Besucher erhalten mit dem Besuch der Ausstellung jedoch nicht nur einen Einblick in Pacius’ künstlerisches Schaffen, sondern werden umfassend über den Verlauf seines Lebens und seinen Charakter unterrichtet. So gibt es beispielsweise eine Schautafel, die über Pacius’ Gestalt und Charakter Auskunft gibt. Natürlich werden auch die verschiedenen Stationen seines Lebens und das Verhältnis zu seinem Vater ausgiebig beleuchtet.
Werner Heindorf und Friedrich Orend sind sich auf jeden Fall sicher, dass die Ausstellung das Zeug dazu hat, auf das Werk und den Menschen Fredrik Pacius auch über die Schautafeln hinaus aufmerksam zu machen.