Ausstellung zu Todesmärschen und Räumungstransporten im April 1945

Oberschule Seesen präsentiert Ausstellung „Zwischen Harz und Heide”

In den letzten Kriegswochen des Zweiten Weltkrieges räumte die SS das KZ Mittelbau-Dora in Nordhausen.

In aller Hast verlud sie die Häftlinge in Viehwaggons oder trieb sie zu Fuß Richtung Norden. Etwa die Hälfte der Transporte endete im KZ Bergen-Belsen.
Tausende Häftlinge, die ihre Befreiung schon vor Augen hatten, wurden während der Todesmärsche und Räumungstransporte in aller Öffentlichkeit ermordet. Vielerorts erinnern mittlerweile Gedenksteine entlang der Routen an die Schicksale. So steht in Münchehof auf dem Friedhof beispielsweise ein Stein, der an 23 Opfer eines Todesmarsches erinnert, die dort bestattet wurden.
Die Ausstellung „Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945“ der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora zeigt eine Dokumentation der Transporte und Märsche.
Die Macher rekonstruieren die Bedingungen und Routen der über 17.000 Häftlinge, die aus dem KZ Mittelbau-Dora in Bergen ankamen. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 10.000 Häftlinge die Märsche und Transporte nicht überlebten. Die Ausstellung zeigt „wie dicht die Hoffnung auf die nahe Befreiung und die unmittelbare Lebensbedrohung beieinander lagen. Zugleich zeigt sie das breite Ausmaß der Mittäter- und Komplizenschaft in der deutschen Bevölkerung“ erklärt Gedenkstättenleiter Dr. Jens-Christian Wagner.
„Die Ausstellung wird von der Schule im Rahmen des mehrfach ausgezeichneten Projekts Gedenkstättenfahrt betreut und begleitet, aber auch ergänzt um lokale Aspekte und eigene Eindrücke aus dem zurückliegenden Gedenkstättenbesuch in Auschwitz“ erläutert Lehrer Dr. Thomas Droste.
Am 5. September um 18 Uhr wird die Ausstellung unter anderem mit Vorträgen des Gedenkstättenleiters Dr. Jens-Christian Wagner (Bergen-Belsen) und des Wissenschaftlers Torsten Heß (Mittelbau-Dora) eröffnet. Danach ist die Ausstellung vom 6. bis 29. September zu folgenden Zeiten für interessierte Gäste geöffnet: Dienstag, Donnerstag 9.20 bis 9.50 Uhr, Mittwoch 14 bis 18.30 Uhr, Sonnabend, 17. September, 10 bis 14 Uhr und nach Absprache unter Telefon (05381) 980201. Im Rahmenprogramm lädt die Schule außerdem zu einem Konzert der Klezmer Band DIE EVAS am 20. September um 19 Uhr ein. „Natürlich werden wir mit unseren Schulklassen die Ausstellung besuchen, aber auch anderen Schulen steht der Besuch der Ausstellung offen. Und auch die Eröffnungsveranstaltung ist öffentlich“, betont der stellvertretende Schulleiter Daniel Beyer.