BAB7: LKW fährt bei Rhüden ungebremst in Stauende

Das Führerhaus des 7,5-Tonners wurde völlig zerstört. Der Klein-Lkw hatte Stückgut geladen.

Zwei LKW-Crashs halten Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehren in Atem - Christoph 30 landet auf Autobahn bei Rhüden

Rhüden/Bockenem (bo/am). Am Montag kam gegen 4.30 Uhr ein 42-jähriger Fahrer aus dem Bereich Erfurt mit seinem Sattelzug innerhalb der Großbaustelle auf der BAB 7, Fahrtrichtung Hannover, zwischen der Anschlussstelle Bockenem und dem Autobahndreieck Salzgitter nach rechts von der Fahrspur ab. Dabei wurde die Schutzplanke in einer Länge von etwa 100 Metern verschoben, beschädigt und ragte in die Fahrspur hinein. Ein nachfolgender Sattelzug konnte nicht mehr durch den Fahrer aus Hardegsen abgebremst werden und fuhr in die querstehende Schutzplanke. An den beiden Sattelzügen und der Schutzplanke entstanden Schäden in Höhe von 120.000 Euro. Der Verkehr in Fahrtrichtung Hannover konnte nur noch einspurig im Baustellenbereich an der Unfallstelle vorbeigeführt werden. Dadurch staute sich der Verkehr bis zur Anschlussstelle Rhüden.

Gegen 7.05 Uhr meldete die Leitstelle einen weiteren Verkehrsunfall in Höhe der Anschlussstelle Rhüden. Hier sollte sich ein Pkw überschlagen haben der Fahrer solle eingeklemmt sein. Zehn Minuten später traf ein Streifenwagen der Autobahnpolizei Hildesheim an der Unfallstelle ein. Die Situation stellte sich dort jedoch anders dar. Ein Sattelzug musste verkehrsbedingt am Stauende abbremsen. Ein dahinter fahrender Lkw-Fahrer aus Stockstadt (LK Aschaffenburg) erkannte die Situation zu spät und fuhr mit seinem Klein-Lkw ungebremst auf den Sattelzug auf. Hierbei wurde der Fahrer des Sattelzuges leicht und der Fahrer des Klein-Lkws schwer verletzt. Der schwerverletzte 31-jährige Fahrer aus Bayern wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und erst durch die Feuerwehr mit schwerem Gerät per Crashrettung aus dem Führerhaus befreit. „Der Zustand des Fahrers war nicht stabil so dass wir die Sofortrettung eingeleitet haben“, erklärt Rhüdens Ortsbrandmeister Timo Hurlemann. Bei der sogenannten Crashrettung wird der Schwerverletzte so schnell wie möglich aus dem Fahrzeug gerettet, um sein Leben zu erhalten. Da keine Zeit für eine schonende Rettung bleibt, werden auch weitere Verletzungen für den Schwerverletzten bei der Sofortrettung riskiert. Die unmittelbare Lebensrettung des Schwerverletzten steht hierbei an oberster Stelle. Der Rettungshubschrauber “Christoph 30“ landete auf der Autobahn und brachte den Schwerverletzten ins Klinikum Hildesheim. Mehr als 60 Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Seesen, Rhüden, Bockenem, Bornum, der Rettungsdienst sowie die Hildesheimer Autobahnpolizei waren im Einsatz. Die Autobahn 7 musste an der Anschlussstelle Seesen voll gesperrt werden. Der Verkehr wurde auf die ausgeschilderten Umleitungsstrecken abgeleitet.