Bahnhof ist nun barrierefrei

Bahnhofsmanager Detlef Krusche stellt die Neuerungen am Seesener Bahnhof vor. Rund 2,6 Millionen Euro wurden hier investiert. Das freute nicht nur Bürgermeister Erik Homann, sondern auch „Bahntester“ Günter Voß, der ein interessierter Beobachter des Schienenverkehrs ist.

Umfassender Umbau kostet 2,6 Millionen Euro

Insgesamt 2,6 Millionen Euro haben sich der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB), die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), der Bund und die Deutsche Bahn die Sanierung des Seesener Bahnhofs kosten lassen. Am Montag stellte Detlef Krusche von der DB Station & Service AG die abgeschlossenen Arbeiten vor – und das im Beisein von Bürgermeister Erik Homann sowie dem Seesener Bahnexperten Günter Voss, der sich diesen besonderen Tag für den Seesener Bahnhof nicht entgehen lassen wollte.
Bereits in den Jahren 2004 bis 2008 wurden in Seesen die Bahnsteigdächer, der Personentunnel sowie die Empfangshalle saniert, außerdem wurden das Wegeleitsystem und die Wetterschutzanlagen erneuert. Im Rahmen des Programms „Niedersachsen ist am Zug II“ wurden in Seesen zahlreiche Maßnahmen umgesetzt.
Dazu zählte neben der Erhöhung der Bahnsteige, dem Einbau von zwei Fahrstühlen auch die Einrichtung eines so genannten taktilen Wegeleitsystems, das Blinde beziehungsweise Sehbehinderte darauf hinweist, dass der Bahnsteig zu Ende geht. Detlef Krusche, Leiter des Bahnhofsmanagements Göttingen: „Der Seesener Bahnhof ist nun zu 100 Prozent behindertengerecht. Behinderte und Senioren werden keine Probleme mehr haben die Bahnsteige bequem und sicher zu erreichen.“
Die drei Bahnsteige wurden auf einer Länge von jeweils rund 140 Metern auf 55 Zentimeter über der Schienenoberkante erhöht. Die Bahnsteige, die bisher über 300 Meter messen, wurden um mehr als die Hälfte verkürzt. Die überflüssigen Flächen wurden zurückgebaut um ein einheitliches Bild zu erschaffen.
Zusätzlich wurden auch die Beleuchtung und der Wetterschutz erneuert. Die historische Überdachung des Bahnhofs konnte glücklicherweise erhalten bleiben. Besonders freuen dürften sich die Fahrgäste aber über die dynamischen Anzeigetafeln mit Sprachunterstützung, die über Abfahrtszeiten, Zugverspätungen oder Gleiswechsel informieren werden.
Mit all diesen, und einigen weiteren technischen Maßnahmen, soll der Bahnhof noch kundenfreundlicher sein. Und das ist er in der Tat geworden. Das Erscheinungsbild ist weit ansprechender als noch in früheren Jahren. Und der Bahnhof in Seesen hat keine geringe Bedeutung für die Mobilität der Menschen im Vorharz.
Der erste Zug fährt in Seesen morgens um 5.13 Uhr ein, der letzte um 22.43 Uhr. Durchschnittlich halten am Tag 69 RB-Züge in Seesen, wobei täglich rund 1770 in Seesen ein- oder aussteigen.
Der Großteil der Reisenden sind Pendler, die entweder Richtung Braunschweig oder Göttingen zu ihren Arbeitsstellen fahren. Deshalb sind die meisten Fahrgäste auch in den Morgen- und Nachmittagsstunden anzutreffen. In der Zwischenzeit ist zwar weniger los, was aber nicht heiße, dass der Bahnhof zu wenig frequentiert sei.
Im Gegenteil, die Verantwortlichen versprechen sich von der umfassenden Sanierung im Idealfall sogar einen Zuwachs bei den Fahrgastzahlen.
Ein besonderes Anliegen war es Detlef Krusche, zu betonen, dass die Seesener Bürger und vor allem die Nutzer des Seesener Bahnhofes diesen so behandeln mögen, als sei er ihr Eigentum. In den vergangenen Jahren gab es an den Bahnhöfen oft Vandalismus. „Wir hoffen, dass das nun ein Ende hat“, so Krusche gegenüber dem Seesener „Beobachter“.