Bamberg und Umgebung kennengelernt

Im Dom des Frankenwaldes gab es eine Führung – besonderes Interesse weckte der imposante Altar.
 
Im Dom des Frankenwaldes gab es eine Führung – besonderes Interesse weckte der imposante Altar.

Der Seesener Hausfrauenbund sah sich im Frankenwald um

Auf große Fahrt ging jetzt einmal mehr der Seesener Hausfrauenbund. Per Bus führte die Tour diesmal in den Frankenwald.

Zügig ging es also gen Süden bis nach Bamberg. Dort wurde die Autobahn verlassen und man erreichte nach wenigen Kilometern das erste Ziel der Fahrt: Das Schloss Seehof, umgeben von einem riesigen Park. Ein Reiseleiter stieg zu, er entpuppte sich als ein Mann, der seine Heimat liebt und der wirklich eine Menge an verständlichen Informationen rüberbrachte. Alte Häuser könnten viel erzählen, alte Schlösser erst recht mit ihrer Vergangenheit. Ein kleines Jagdschlösschen entstand an dieser Stelle vor mehr als 500 Jahren für den Fürstbischof von Bamberg, dann wurde nach dem 30-jährigen Krieg mit dem Bau der vierflügeligen Anlage begonnen, die dann immer wieder leicht verändert wurde.
Ende des 17. Jahrhunderts kamen Kaskaden im großen Garten hinzu. Nach 1800 fiel das Schloss zusammen mit allen Ländereien an das Königreich Bayern.
Die Altstadt von Bamberg wurde als nächstes besucht. Die Altstadt wurde als baugeschichtliches Gesamtkunstwerk zum Weltkulturerbe erklärt. Der Dom mit dem berühmten Bamberger Reiter, ferner Klein Venedig, die vielen Bürgerhäuser, die Gärtnerstadt und viel mehr wurde gezeigt und erläutert. Dazu die Gaststätten mit den Biergärten, deren Bier natürlich probiert wurde. Auffällig war für die Seesener, dass es im Bereich Bamberg sehr viel Industrie gibt.
Erst dann ging es zu dem sehr guten Hotel „Fränkischer Hof“ in Altenkunstadt, wo man nicht nur gut schlafen sondern auch gut essen konnte. Nicht nur Geschichte und Kultur waren gefragt, man ging auch zu der bekannten Firma Wela in Ludwigstadt, schließlich war es ja eine Reise des Seesener Hausfrauenbundes. So gab es Informationen über bewährte oder neue Produkte. Der Reiseleiter erwähnte vieles so nebenbei, zum Beispiel, dass in Teilen der Gegend noch die sogenannten Straßendörfer intakt sind, man konnte vom Bus aus gut die langen Feld- und Wiesenstreifen hinter den einzelnen Häusern sehen, so wie sie seit Jahrhunderten bestehen.
Beim Durchfahren von Burgkunstadt machte der Reiseleiter auf den Baur-Versand aufmerksam. Man fuhr auch auf die Höhen des Rennsteigs, da gab es wieder viel zu sehen und zu hören.
Auf dem fast 800 Meter hohen Wetzstein wurde vor einigen Jahren der Altvaterturm erbaut. Dieser Turm ist 36 Meter hoch, er wurde nicht allein zur Erinnerung an die Vertreibung der Sudetendeutschen errichtet, sondern er steht für alle Vertriebenen des Weltkriegs als Mahnung und als „Baustein für ein gemeinsames europäisches Haus“. In Lehesten sah man Rennsteig Reste des uralten Schieferbergbaus, der kürzlich eingestellt wurde.
Die Confiserie Burg Lauenstein in der Fischbachmühle in Ludwigsburg gestattete einen kleinen Einblick in die Produktion der mit Hand gefertigten Pralinen durch eine große Glascheibe, und später gab es einen kurzen Film. Danach schmeckten Kaffee und Kuchen sicherlich noch besser, und gekauft wurden die Köstlichkeiten auch.
Was 1970 in dem damals kleinen Ort Buchbach geschah, kann man kaum glauben, aber es ist die Geschichte des Baus einer ungewöhnlichen Kirche in nur einem Jahr. Der Pfarrer Goldmann hatte es verstanden, das 500-Seelen-Dorf so zu motivieren, dass alle bereit waren, die notwendige Geld- und Eigenleistung aufzubringen, um die Kirche St. Laurentius zu bauen.
Der „Dom des Frankenwaldes“ ist ein überdimensionierter, sechseckiger Bau mit rundum laufenden Fenstern aus farbigen Glasbausteinen mit christlichen und weltlichen Motiven. Der schlichte Altar steht in der Mitte. Je nach Sonnenstand verändert sich das Licht im Raum. Alle Mitreisenden waren zutiefst beeindruckt.
Auf dem Rückweg besuchte die Reisegruppe noch den Ort Bad Staffelstein, das wohl jüngste Thermalbad in Bayern. Der Ort selbst hat auch seinen Charme mit seinen zum Teil aus dem 16. Jahrhundert stammenden Häusern.
Vielleicht hat der eine oder die andere im Stillen gedacht, das Bad bei Gelegenheit in Anspruch zu nehmen. Der berühmteste Sohn dieser Kleinstadt ist wohl Adam Riese (geb. 1492), der Rechenmeister. Er verdrängte die unhandlichen römischen Zahlen bei Rechenoperationen langsam, in dem er sie durch die arabischen Ziffern nach dem Stellenwertsystem ersetzte. Entscheidend war auch, dass er sein Rechenbuch in deutscher Sprache schrieb. Diese Art der Rechenoperation wurde der Reisegruppe im tiefen Gewölbe unter der Volksbank durch den Reiseleiter demonstriert.
Adam Riese hat nachgedacht, der Schäfer Hermann Leicht hat 1445/46 drei Erscheinungen gehabt. Darauf wurde 1448 eine erste Wallfahrtskirche gebaut, 1772 die zweite Kirche mit dem Namen Vierzehnheiligen ist ein prächtiger Rundbau mit dem Altar in der Mitte und den 14 Nothelfern symmetrisch angeordnet. Die Farben der Decken und Bilder sind wunderbar frisch, die Basilika wurde von 1982 bis 1990 aufwendig restauriert. Die Reisegruppe war beeindruckt von der Vielfalt der Sehenswürdigkeiten.