Bandbreite an Begabungen gerecht werden

Die Vertreter der Oberschule Seesen sowie des Jacobson-Gymnasiums zusammen mit den schulfachlichen Dezernenten und Oliver Kasties vom Landkreis Goslar (Mitte) auf der Infoveranstaltung in der Aula des Seesener Schulzentrums.

Infoveranstaltung zur Erweiterung der Oberschule Seesen / Gymnasium sorgt sich bei Einführung um Schülerzahlen

„Es geht hier um unsere Kinder. Das ist eine Chance für die Kinder.“ Mit dieser Aussage erntete eine Mutter auf der Infoveranstaltung zur Erweiterung der Oberschule Seesen am Dienstag von den anderen anwesenden Erziehungsberechtigten großen Beifall. Wie aus der Diskussionsrunde hervor ging, befürchten die Vertreter des Gymnasiums, dass durch eine Erweiterung der Oberschule weniger Schüler das Gymnasium besuchen könnten.

Neben knapp 80 Eltern waren auch zwei schulfachliche Dezernenten vor Ort. Die Oberschule wurde durch Schulleiterin Annegret Tuchtfeld und Konrektor Daniel Beyer vertreten. Für das Jacobson-Gymnasium standen Schulleiter Stefan Bungert sowie seine Stellvertreterin Susanne Kettmann der Elternschaft Rede und Antwort. Eröffnet wurde die Infoveranstaltung durch Oliver Kasties vom Fachbereich Bildung und Kultur vom Landkreis Goslar, der einen kurzen Überblick der Schulformen in Niedersachsen gab. „Ich schätze die lebendige Schullandschaft im Landkreis Goslar. Jedoch werden die Schülerzahlen durch den demografischen Wandel zukünftig sinken, was Handlungsbedarf mit sich bringt“, so Kasties. Die Elternschaft habe mit ihren Unterschriften den Wunsch nach einem gymnasialen Zweig an der Oberschule bereits geäußert. „Es gibt einen relevanten Anteil von Schülern mit gymnasialer Empfehlung auf der Oberschule Seesen“, sagte Kasties weiter.
Annegret Tuchtfeld sprach sich für die Erweiterung der Oberschule aus. So könnten laut der Schulleiterin leistungsstarke Schüler besser gefördert werden: „Wir möchten der Bandbreite an Begabungen an unserer Schule gerecht werden.“ Auch Konrektor Daniel Beyer sprach sich klar für die Erweiterung der Oberschule aus. Er wisse, dass sich viele Eltern eine gymnasiale Alternative wünschen. Beyer sehe durch diese Erweiterung keine Konkurrenz zum Jacobson-Gymnasium. „Da wir keine Fächer wie beispielsweise Latein anbieten würden, bin ich mir sicher, dass trotzdem weiterhin viele Kinder das Gymnasium besuchen werden. Keine der beiden Schulen wird gefährdet sein“, sagte Beyer. Susanne Kettmann zeigte in einer Präsentation die Vorteile der Schulform Gymnasium auf. „Wir sind keine Schule, die nur für eine Elite da ist“, betonte sie.
In der Diskussionsrunde kam von einigen Eltern die Frage auf, warum Fünftklässler nicht in den gymnasialen Zweig wechseln könnten. Zahlreiche Erziehungsberechtigte hätten sich hierzu im Vorfeld eine Befragung gewünscht. Oliver Kasties versicherte, dies schulrechtlich prüfen zu lassen. Voraussichtlich im Juni 2015 wird der Kreistag über die mögliche Erweiterung der Oberschule um einen gymnasialen Zweig entscheiden.