Beeindruckende Werbung für die Chormusik

Auch die „Klingende Runde“ aus Bilderlahe war mit dabei. (Foto: Knoblich)
 
Die ausrichtenden „Concorden“ aus Bilderlahe läuteten die „Nacht der Chöre“ in der St.-Andreas-Kirche mit zwei Stücken ein. (Foto: Knoblich)

„Nacht der Chöre“: Neun Klangkörper geben sich in St.-Andreas-Kirche ein Stelldichein / Beim Kanon singen alle mit

Eine gut gefüllte St.-Andreas-Kirche bot sich dem ausrichtenden MGV „Concordia“ Bilderlahe, als er am vergangenen Freitag die diesjährige „Nacht der Chöre“ mit einem Begrüßungslied nach W. A. Mozart eröffnete. Insgesamt neun Chöre hatten sich zu der Veranstaltung eingestellt, daneben viele interessierte Zuhörer.
Pfarrer Thomas Weißer als „Hausherr“ hob in seiner kurzen Begrüßung das für ihn immer wieder beeindruckende Engagement der Sängerinnen und Sänger bei Proben und Auftritt hervor sowie die spürbare Freude, die das Singen beim aktiven Tun und beim Zuhören vermittelt.
Gerhard Winkel, 1. Vorsitzender des MGV Bilderlahe, bedankte sich für die begeisterten Worte und begrüßte nun seinerseits die Anwesenden, insbesondere die Chorleiterinnen und Chorleiter, die er sogar mit einem Gedicht beehrte. Humorvoll wies er den „als guten Sänger bekannten“ Bürgermeister Erik Homann auf die dienstägliche Männerchorprobe in Bilderlahe hin…
Homann wob in seine Begrüßung den Versuch einer Analyse ein, warum junge Menschen nicht den Weg in die Chöre fänden. Die Orientierung an den musikalisch und klanglich perfekten Angeboten im und durch das Internet, aber auch einfach Vorurteile gegen die überlieferte Chorkultur äußerte er als mögliche Gründe. Dabei nannte er aber allein das Programm des Abends als besten Beweis für eine große musikalische Vielfalt.
Claudia Schaare übernahm anschließend das Mikrofon und führte in gewohnter lockerer Weise durch das Programm. Zunächst einmal dirigierte sie jedoch den Gesangverein „Eintracht“ Bornhausen, der nach einem Gospel („I’m Gonna Sing“) ein Loblied auf den Chorgesang („Der vierstimmige Chor“) anstimmte. Unter der Leitung von Walter Fuchs sang dann der MGV Groß Rhüden „Hamburg ist ein schönes Städtchen“, das die Männer ebenso wie die dann folgende „Hubertus-Jagd“ mit einer großen Portion Schalk im Nacken vortrugen („siehste wohl…“).
Aus der Seesener Chorlandschaft ist ein Name nicht mehr weg zu denken: Friedjof Pallasdies. Selber ein Sänger aus Leidenschaft, bemüht er sich mit aller Quirlig- und Lebendigkeit um „seine Chöre“, die er wie Pflegekinder lieber (mit)betreut, als dass er sie vernachlässigt sehen müsste. Zunächst lud er jedoch das gesamte Publikum zum Mitsingen des Kanons „Oh wie wohl ist mir am Abend“ ein, was immerhin dreistimmig gelang. Dann folgten die Auftritte der „Klingenden Runde“ Bilderlahe allein („Abend ward“) und gemeinsam mit dem Gemischten Chor Ildehausen („Schöne Stimmen uns bezaubern“), des Gemischten Chores Ildehausen allein („Wo auf des Tales schmalem Weg“) und zusammen mit dem MGV Bilderlahe und der Klingenden Runde. Dieser „Großchor“ schloss mit „Uns’re kleine Nachtmusik“ nach W. A. Mozart musikalisch den Kreis zum Anfangslied und außerdem den ersten Teil des Konzertes.
In der Pause gab es neben Getränken und Brezeln, die der MGV Bilderlahe zur Stärkung im Kirchenzentrum anbot, Gelegenheit zum regen Austausch, ein wenig Familienfest-Charakter ließ sich durchaus nicht leugnen.
Nach der Pause eröffnete der MGV Lutter, der als Gast geladen war, unter der Leitung von Alexandra Spieker mit „Feierabend“ und „Abendständchen“ den zweiten Teil des Konzertes. Die anwesende Vertreterin des Kreischorverbandes Nordharz e.V., Edeltraud Miethe, ließ es sich nicht nehmen, innerhalb ihrer nun folgenden Grußworte ihrer Begeisterung über diese schöne Chorveranstaltung und vor allem die wunderbare St.-Andreas-Kirche mit ihrer einmaligen Akustik Ausdruck zu verleihen. Es folgten viele Komplimente an die Verantwortlichen der Veranstaltung, gebündelt in das Fazit: „Weiter so!“
Richard Koscielny dirigierte dann die Liedertafel Münchehof („Herr der Herrlichkeit“, „Dona pacem Domine“), die damit eindrucksvoll Werbung machte für ihr im August anstehendes Jubiläums-Chor-Konzert zum 150-jährigen Bestehen. Der Bornhäuser Singkreis wurde bei seinen Liedern („Wir haben Gottes Spuren festgestellt“, „Gott hat mir längst einen Engel gesandt“) von seiner Chorleiterin Claudia Schaare am Klavier begleitet. Vom Markt von „Scarborough Fair“ kam der Gemischte Chor Germania Rhüden unter dem Dirigat von Angelika Minks direkt zu der Frage „Warum sing ich eigentlich im Chor?“ Die Antwort wurde selbstverständlich musikalisch mitgeliefert!
Zu guter Letzt sangen der MGV Bilderlahe gemeinsam mit der Klingenden Runde die traditionelle Volkslied-Melodie „Guten Abend, gut Nacht’“ von Johannes Brahms, bevor Claudia Schaare mit vielen Dankesworten ans Publikum, Sängerinnen und Sänger, das Mikrofon an Gerhard Winkel zurückgab, der neben blumigen Worten auch farbenprächtige Blumensträuße an die Moderatorin des Abends und die Küsterin der Kirchengemeinde, Maren Cornehl, überreichte.
Wie schon in den Vorjahren bildete sich zum Abschluss der „Nacht der Chöre“ ein spontaner Großchor, als alle in das Lied „Kein schöner Land“ einstimmten. „Das war ein schöner Abend“, konnte man beim Hinausgehen des Öfteren hören. Und: Auf Wiedersehen bis zum nächsten Jahr!