Beim Fuhrmannsfrühstück wurde der Wurst richtig eingeheizt

In Pergament- und Zeitungspapier eng gehüllt, gart die Fuhrmannswurst 20 Minuten in heißer Glut.

Harzklub-Zweigverein pflegt seit fast 30 Jahren das Garen der Harzer Fuhrmannswurst in heißer Glut.

Vor über 29 Jahren hat der Harzklub Zweigverein Seesen die Tradition der Harzer Fuhrmannswurst aus Braunlage nach Seesen geholt. Und genau seit dieser Zeit veranstaltet der Verein, an Christi Himmelfahrt, das beliebte Fuhrmannsfrühstück an der Wanderhütte am Neckelnberg. So auch am vergangenen Donnerstag, an dem nicht nur hungrige Vatertagsausflügler an der Neckelnberghütte einkehrten sondern auch viele Stammgäste nur der Wurst wegen kamen.

Zahlreiche Gäste wollten dabei sein, als der Wurst richtig eingeheizt wurde. "Die Gäste sind immer wieder fasziniert, dass die schmackhafte Wurst in der heißen Glut nicht verbrennt, aber solange die eingepackte Wurst gut bedeckt und nicht offen auf der Glut liegt brennt auch das Papier nicht an", erklärt der 1. Vorsitzende des Zweigvereins Seesen Horst Schiller gegenüber dem „Beobachter“. Natürlich verrät er das spezielle Rezept der Wurst nicht – nur so viel: Es handelt sich um eine Mischung aus Schmorr- und Schinkenwurst und mit einem Brötchen schmeckt diese Wurst besonders gut. Das Garen der Wurst ist schon etwas ganz besonderes. In Pergament- und Zeitungspapier eng gehüllt, muss die Harzer Fuhrmannswurst für 20 Minuten in heißer Glut begraben werden. Speziell dafür angefertigte Stiegen, nehmen rund 30 Würste je "Garvorgang" auf. Umso größer ist der Andrang bei der Ausgabe der Würstchen, denn wer sich nicht eine der 30 Würstchen ergattern konnte, musste weitere 20 Minuten auf die nächste „Wurst-Stiege“ warten.

Bereits gegen 7.00 Uhr in der Früh starteten Helfer mit den aufwendigen Vorbereitungen an der Wanderhütte. Schließlich mussten ab 11.00 Uhr ausreichend Glut und heiße Asche zur Verfügung stehen um die leckere Wurstspezialität auf den Punkt garen zu können. Um 10.30 Uhr dann fiel der Startschuss für den Tag mit dem Christi Himmelfahrt Gottesdienst unter freiem Himmel. Zahlreiche Besucher verfolgten den Gottesdienst, sowie den Klängen vom Propstei-Chor Seesen. Parallel wurden bereits die ersten Würstchen unter heißer Asche und Glut gegart. Unzählige urig verpackte Fuhrmannswürstchen fanden so bis 13 Uhr einen hungrigen Abnehmer. Viel länger hätte es auch nicht sein dürfen, denn nur gut 20 Minuten später zogen die ersten heftigen Niederschläge über die „Grillstätte“ hinweg.