Belastbare Familien gesucht – Kindern einen sicheren Ort geben

Pflegeeltern auf Zeit: Das Elisabethstift Goslar stellt in Seesen sein Projekt „Familiäre Bereitschaftsbetreuung“ vor

Seesen / Goslar (bo). Familiäre Bereitschaftsbetreuung bietet Kindern und Jugendlichen, die aufgrund von Krisensituationen in ihren Elternhäusern in Obhut genommen werden müssen, eine zeitlich befristete Aufnahme in einer dafür qualifizierten Familie (FBB-Familie). Die Gründe für die Herausnahme aus ihren Herkunftsfamilien können verschieden sein. Überforderung der Eltern, Beziehungskonflikte, Gewalt in der Familie, Miss­brauch, Suchtproblematik oder eine psychische Erkrankung.
Familien zeigen sich zunehmend mit Erziehungsfragen überfordert. Die Inobhutnahmen stiegen in den letzten Jahren bundesweit, so auch im Landkreis Goslar.
Bei dem landkreisweiten Vorhaben von Jugendamt und Elisabethstift können Familien gefährdeten Kindern für einige Wochen einen stabilen Rahmen und Sicherheit bieten, bis eine längerfristige Lösung gefunden ist.
Während der Unterbringung wird geklärt, wie es für das Kind oder den Jugendlichen weiter gehen kann. Manchmal ist es eine vorübergehende Krise in der Familie und die Kinder können schon nach kurzer Zeit in die Familie zurück, oder aber es wird ein neuer Lebensmittelpunkt für das Kind gesucht.
Das Elisabethstift hat diesen Dienst der familiären Bereitschaftsbetreuung bereits aufgenommen und einige Familien arbeiten schon als FBB-Familie. FBB-Familien nehmen Kinder im Alter von null bis 17 Jahren auf. Bisher wurden Kinder/Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren erfolgreich betreut.
Das Elisabethstift sucht Familien, die bereit sind für einen kurzen Zeitraum ein Kind oder einen Jugendlichen aufzunehmen. In dieser Zeit wird in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten eine Perspektive für die Zukunft des Kindes/Jugendlichen gesucht.
Mögliche Bewerber will das Elisabethstift Goslar bei einem Infoabend in der St.-Andreas-Gemeinde, am Dientag, 8. Mai, um 19 Uhr gewinnen. Dann stellt die Einrichtung der Diakonie Interessierten das Projekt „Familiäre Bereitschaftsbetreuung“ vor.
Vorausgesetzt wird: Sie sind eine erprobte Familie mit Kindern oder ohne, oder ihre eigenen Kinder sind schon erwachsen. Wichtig ist, Sie haben Erfahrungen mit Kindern oder sogar eine pädagogische beziehungsweise psychologische Ausbildung. Grundsätzlich sollten Sie offen sein, sich auf ein fremdes Kind/Jugendlichen mit seinem biografischen Hintergrund einzustellen und es bei sich zu Hause zu betreuen. Von besonderer Bedeutung ist die Fähigkeit sich nach der Klärungszeit von ihrem „Gast“ wieder zu trennen.
Unbedingte Voraussetzung für die Arbeit als FBB-Familie ist Engagement, Zeit, Flexibilität und Belastbarkeit. Ein eigenes Zimmer für das aufzunehmende Kind/Jugendlichen ist Voraussetzung. Für diese Aufgabe bekommen die Familien ein erhöhtes Pflegegeld. Das Bewerbungsverfahren schließt mehrere persönliche Gespräche mit den FBB-Fachberater/-innen an und den Besuch von vier Vorbereitungsseminaren.
Wer sich vorstellen kann, diese Arbeit der familiären Bereitschaftsbetreuung zu übernehmen und Kindern/Jugendlichen helfen will, ist eingeladen, am 8. Mai um 19 Uhr in das Kirchenzentrum St. Andreas, Seesen, Hinter der Kirche 1 A, zu kommen. Der Raum befindet sich eine Treppe hoch in der 1. Etage.
Telefonische Auskunft gibt es beim Elisabethstift unter (05321) 393634 und (05341) 86724-420.