Bergbau zum Anfassen und „Indian Summer“

„Unter Tage“ wurde den MTV-Senioren-Sportlern Bergbautechnik von früher vorgestellt.

Senioren des MTV Seesen besuchen in Bad Grund Schachtanlage Knesebeck und wandern auf Erlebnispfad

In diesem Jahr haben die rüstigen Seesener MTV-Senioren bereits zum zweiten Mal ihren löblichen Vorsatz, wenigstens einmal jährlich zusammen mit ihren „besseren Hälften“ etwas zu unternehmen, in die Tat umgesetzt. Waren sie im Juni zum Ende der Saison noch mit ihnen in Wolfshagen zum Spargelessen, so folgte jetzt wiederum unter der Regie von Albert Gründler und Peter Kotschate ein Ausflug nach Bad Grund. Dort wurde zunächst dem Bergbaumuseum Schachtanlage Knesebeck ein Besuch abgestattet, ein Besuch, der schon einmal angestanden hatte, wegen eines bedauerlichen Miss­verständnisses zunächst zwar verschoben, dennoch aber nicht aufgehoben worden war.
Auf der Schachtanlage Knesebeck, die zur erst 1992 stillgelegten Grube „Hilfe Gottes“, dem letzten Erzbergwerk des Oberharzes in Bad Grund gehört, erfuhren die MTV-Sportler fast alles über die nunmehr unter Denkmalschutz stehende Anlage von der Mitte des letzten Jahrhunderts bis zu ihrem Betriebsende.
Selbstverständlich sind sie auch „eingefahren“ und bekamen unter Tage in einem Streckenabschnitt die unterschiedlichsten Ausbaustufen der Stollen vorgestellt, die in den Eichelberg getrieben wurden. Prunkstück des Schachtes Knesebeck ist der jetzt zum Weltkulturerbe ernannte Hydrokompressorenturm; eine Anlage, mit der bereits Ende des 18. Jahrhunderts dem Fortschreiten der technischen Entwicklung im Bergbau Rechnung getragen wurde. Auf simpelste und auch damals schon umweltschonendste Art und Weise wurde damit nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren Druckluft erzeugt.
Nach etwa eineinhalb Stunden „Bergbau“ waren die Seniorensportler froh, wieder „über Tage“ zu sein und machten sich auf zum zweiten Teil ihrer Exkursion, dem WeltWald (früher Arboretum), um sich dort an der intensiven und herrlichen Laubfärbung zu erfreuen. In diesem einmaligen Gebiet hatte der „Indian-Summer“ mit seinem grandiosen Farbenrausch Einzug gehalten.
Mit dem Wetter hätte man es nicht besser treffen können, war es doch einer dieser herrlichen „Sommertage“, die man Mitte Oktober noch erleben darf. Dabei wurde im „WeltWald“ der erst im Mai dieses Jahres eingeweihte Erlebnispfad erkundet. Es ging vorbei an Riesenmammutbäumen und auf verschlungenen ­Pfaden durch die Waldlandschaft der Rocky Mountains und der Sierra Nevada. Bevor auch die neue Hängebrücke erreicht wurde, galt es noch, von einem Beobachterturm mitten im Wald versteckt den Grizzlybären, das Bison oder den Weißkopfadler zu finden.
Doch dann war „Erholung“ angesagt. Im Außenbereich des nahegelegenen Cafés an der Hübichalm ließen die MTV-Senioren diesen erlebnisreichen Tag bei frisch gebrühtem Kaffee und leckerem Kuchen ausklingen.