Beschlossen: Hochwasserrückhaltebecken Rhüden ändert Betriebsweise

Weiterer wichtiger Baustein zur Optimierung des Hochwasserschutzes

Seesen / Rhüden (bo). Der geänderten Betriebsweise des Hochwasserrückhaltebeckens Rhüden (Landkreis Goslar) steht nichts mehr im Wege. Am Donnerstag überreichte die Talsperrenaufsicht im NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) den geänderten Planfeststellungsbeschluss an den Ausbauverband Nette.
„Ich freue mich sehr, dass der Beschluss nun vorliegt und danke allen Beteiligten für das zügige Verfahren“, erklärte Heinrich Meyer, Vorsteher des Ausbauverbandes Nette. „Nun ist es möglich, die Steuerungssoftware für den Automatikbetrieb des Hochwasserrückhaltebeckens umzuprogrammieren. Die geänderte Betriebsweise stellt einen wichtigen Baustein zur Optimierung des Hochwasserschutzes der Ortslage Rhüden dar“.
Das Hochwasserrückhaltebecken Rhüden wurde 2001 planfestgestellt; der erste Hochwassereinstau der Anlage erfolgte im Jahr 2004. Seither gab es mehrere Einstauereignisse, letztmalig im Januar 2011. Die seit der Inbetriebnahme gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen sollen in den künftigen Betrieb der Anlage einfließen. Nunmehr ist vorgesehen, dass der zielgerichtete Einstau des Hochwasserrückhaltebeckens zukünftig erst dann beginnt, wenn am Pegel Groß Rhüden ein Wasserstand von 2,80 Metern erreicht wird. Bei der bisherigen Regelung setzte bei einem Wasserstand von 2,70 Metern der Automatikbetrieb des Rückhaltebeckens ein.
„Durch die Anhebung des Schaltpunktes für den Staubeginn der Anlage wird die Ausnutzung des verfügbaren Speichers optimiert, der Hochwasserschutz für Rhüden verbessert“, betonte Arndt Schulz vom NLWKN. Die Notwendigkeit der geänderten Betriebsweise zeigte sich auch zuletzt bei den im November 2010 und Januar 2011 aufgetretenen Hochwasserereignissen.
Gleichwohl, und da sind sich die Beteiligten einig, ein Extremhochwasser wie es im September 2007 aufgetreten ist, wird auch künftig nicht beherrscht werden können. Hierzu müsste mehr Hochwasserrückhalteraum zur Verfügung gestellt werden. Aus diesem Grunde werden die Planungen für ein Hochwasserrückhaltebecken bei Bornhausen seitens des Ausbauverbandes Nette vorangetrieben. Mit der Realisierung dieses weiteren Beckens können erhebliche Verbesserungen erzielt werden.