Bewohner gerettet, Hund stirbt in den Flammen

Die AGT-Einsatzkräfte bereiten sich vor.

Feuerwehren aus Seesen und Engelade im Brandeinsatz / Bewohner retten sich ins Freie

Wie der „Beobachter“ in seiner gestrigen Ausgabe berichtete, zerstörte ein Großfeuer am späten Montag­nachmittag die Dachgeschoss­wohnung eines Mehrfamilienhauses „Am Wilhelmsbad“. Mittlerweile gibt es weitere Details zum Schadensfeuer: Kurz vor 16 Uhr wurde die Seesener Ortsfeuerwehr zu einem Zimmerbrand alarmiert. Nur kurze Zeit später wurde dann auch noch Sirenenalarm ausgelöst. Mehr als 90 Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren aus Seesen, Engelade, Ildehausen, Bilderlahe, Bornhausen und Langelsheim sowie des Rettungsdienstes, DRK und Polizei eilten zum Brandort. Beim Eintreffen der ersten Kräfte aus Seesen brannte die Dachgeschoss­wohnung bereits lichterloh.
„Auf der einen Seite brannte das Zimmer, und auf der anderen Seite standen zwei Personen orientierungslos im Rauch“, berichtete Feuerwehrmann Tim Böstge, der gemeinsam mit Sascha Rotha den ersten Trupp beim Innenangriff bildete. „Nur mit Mühe konnten wir beide Bewohner nach unten in Sicherheit geleiten; ein Hund blieb vermisst“.
Nach seinen Informationen stürzten im Dachgeschoss bereits die Lehmdecken ein, so dass für alle Lebensgefahr bestanden habe. Zwei der fünf Personen, die sich in der Wohnung aufhielten, konnten in letzter Sekunde gerettet werden und mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung zur Behandlung in die Asklepios Kliniken Seesen verbracht werden. Die anderen drei Personen konnten sich rechtzeitig – unverletzt – in Sicherheit bringen.
Einer der Bewohner, Mi­cha­el T., hatte kurz nach demVerlassen der Wohnung berichtet, dasss sich einHund noch im Haus befinde. Er konnte am Wieder-ins-Feuerlaufen gerade noch zurückgehalten werden. Wie der Bewohner außerdem mitteilte, alarmierte er gemeinsam mit seinen „Mitbewohnern“ die Feuerwehr, nachdem der Ölofen in der Dachgeschosswohnung in Flammen stand. Die genaue Brandursache blieb dennoch offen.
Gleich mehrfach mussten Atemschutzgeräteträger nachalarmiert werden. Dichte Rauchschwaden zogen da bereits über Seesen und dem angrenzenden EDEKA-Neukauf-Einkaufsmarkt. Traurig: Der vermisste Hund konnte von den Einsatzkräften erst eine Stunde später – nur noch tot – im zweiten Obergeschoss, geborgen werden.
Wie gestern zusätzlich bekannt wurde, hat sich eine Feuerwehrfrau beim Innenangriff leichte Verletzungen zugezogen. Sie fiel „Beobachter“-Informationen die Treppe herunter. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 150.000 Euro. Die Ermittlungen dauern an.