Bilanzgewinn von 1,16 Millionen Euro generiert

Sowohl die Entlastung des Vorstandes als auch der Vorschlag über die Ge­winnverwendung passierte die Vertreterversammlung reibungslos. (Foto: Kiehne)
 
Hermann Klemme, Jörg Hahne, Otto-Karl Behrens, Dieter Brinkmann, Wolfgang Keunecke, Armin Gernhöfer, Ewald Dobler (von links): Zufriedene Gesichter bei Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank eG. (Foto: Kiehne)

Vertreterversammlung der Volksbank eG in Seesen / Geplante Fusion mit der Einbecker Voba nimmt breiten Raum ein

Die diesjährige Vertreterversammlung der Volksbank eG in Alfeld, Bad Gandersheim, Bockenem, Langelsheim und Seesen fand im Hotel „Wilhelmsbad“ statt. Ewald Dobler, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank eG, begrüßte die zahlreich erschienenen Vertreter und die Repräsentanten der umliegenden Volksbanken sowie die Bürgermeister. Besonders hieß er die Mitglieder des Aufsichtsrates und des Vorstandes der Volksbank Einbeck eG willkommen.
Anschließend hatten die Vorstandsmitglieder Armin Gernhöfer und Dieter Brinkmann das Wort. Gernhöfer referierte über die Bedingungen, die den Rahmen für die wirtschaftlichen Zahlen der Volksbank im letzten Jahr stellten. „Trotz des deutlich verlangsamten Wirtschaftswachstums ergab das Jahr 2012 eine erfolgreiche geschäftliche Entwicklung.“, resümierte er. Er berichtete, dass die Euro-Schuldenkrise den Bundesbürgern im vergangenen Jahr am meisten Sorgen bereitet habe. Fast drei Viertel aller Deutschen befürchten, dass sie die Rechnung für die Schulden anderer Staaten bezahlen müssen. „Eine durchaus berechtigte Sorge, denn im Sommer letzten Jahres kam die EU-Kommission auf die Idee, dass Institute wie unsere Volksbank eG die europäischen Banken stützen sollten, auf die wir keinen Einfluss haben. Dabei käme eine einheitliche europäische Einlagensicherung der Enteignung deutscher Sparer gleich, also auch von Ihnen und mir“, so Gernhöfer. „Gegen solche oder ähnliche Vorschläge werden wir uns auch in Zukunft, mit unserem Bundesverband an der Spitze, zur Wehr setzen“, ergänzte er.
Die Genossenschaftsbanken hätten sich in Zeiten der wirtschaftlichen Unsicherheit als krisenfest erwiesen. Sie waren nicht auf Finanzspritzen angewiesen, sondern kurbelten die Wirtschaft an, indem sie regional den Unternehmen und privaten Kunden Kredite zur Verfügung stellten und eine sichere Geldanlage garantierten. „Wir setzen nicht auf Risiko. Wir legen keinen Wert auf schnelle Gewinne, sondern auf eine sichere und langfristige Geschäftsstrategie“, so Armin Gernhöfer. „Das macht uns seit 150 Jahren so erfolgreich.“
Und damit kam er auf ein ganz besonderes Ereignis zu sprechen. Die Volksbank eG in Alfeld, Bad Gandersheim, Bockenem, Langelsheim und Seesen feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum. Gernhöfer: „Ihre Volksbank eG steht heute auf einem starken und gesunden Fundament!“ Mit der Jubiläums-Skulptur habe die Volksbank eG ihre gelebten Werte wie Nachhaltigkeit, Verwurzelung, Vertrauen und Wachstum auch plastisch dargestellt. Als besonderes Geburtstagsgeschenk habe die Volksbank eG die „Mehr Werte für Menschen-Stiftung der Volksbank eG in Seesen“ gegründet. Durch sie sollen Projekte, Vorhaben und Menschen in der Region gefördert werden.
Doch Gernhöfer warf auch einen Blick nach vorn. Damit kam er auf die geplante Fusion zwischen der Volksbank eG und der Volksbank Einbeck eG zu sprechen. Bisherige Gespräche seien in einer freundschaftlichen und vertrauensvollen Atmosphäre erfolgt. „Es sprechen zwei starke Banken miteinander, die nicht fusionieren müssen, sondern die Chance nutzen wollen, aus einer Position der Stärke ein noch stärkeres Haus errichten zu können“, erklärte das Vorstandsmitglied. Ein wichtiger Punkt sei, dass sich die Geschäftsgebiete beider Banken regional und lokal gut ergänzen. Gernhöfer machte die Zwischenergebnisse der bisherigen Gespräche bekannt: „Im Falle einer Fusion werden Seesen wie auch Einbeck dauerhaft Vorstandssitz einer gemeinsamen Bank sein. Die Vorstände beider Häuser werden damit weiterhin in ihrem jeweiligen Geschäftsgebiet präsent sein. Wesentliche Geschäftsbereiche einer gemeinsamen Bank werden sowohl in Seesen als auch in Einbeck verbleiben. Der gemeinsame Aufsichtsrat wird für die nächsten Jahre paritätisch besetzt sein.“ Beide Aufsichtsräte haben die Vorstände beauftragt, einen Entwurf für einen Verschmelzungsvertrag zu erstellen. Dieser soll dann auf den ordentlichen Vertreterversammlungen voraussichtlich im Mai 2014 zur Abstimmung vorgelegt werden. Zum Schluss wies Gernhöfer darauf hin, dass dies seine letzte Vertreterversammlung sei, die er als Vorstand der Volksbank eG im aktiven Dienst begleite. Er bedankte sich bei den Vertretern für deren Engagement, die Unterstützung und Loyalität.
Im Anschluss sprach Vorstandsmitglied Dieter Brinkmann über das vergangene Geschäftsjahr. Bevor er jedoch die Bilanzzahlen vorstellte, sprach Brinkmann über die soziale Verantwortung, die einen zentralen Punkt in der Vision der Volksbank eG darstellt. Die Unterstützung der regionalen Schulen und Kindergärten, Jugendfeuerwehren und Sportvereine, soziale, karitative und kirchliche Einrichtungen, musikalische und kulturelle Veranstaltungen und vieles mehr erfolge durch die Reinerträge aus dem VR-Gewinnsparen, den genossenschaftlichen Stiftungen und natürlich durch direkte Spenden der Volksbank eG. „Wir wissen, dass viele Vereine und Einrichtungen nur mit großem ehrenamtlichen Engagement aufrecht erhalten werden können und dass unsere Region ohne dieses Engagement ein großes Stück ärmer wäre“, berichtete Brinkmann. Ein solches Engagement findet man weder bei Groß- und Direktbanken oder der Postbank, ist sich Brinkmann sicher. „Wir sind da anders, stets unserem Motto folgend ‘…mehr Werte für Menschen’.“
Dieter Brinkmann präsentierte die Zahlen aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr. Er zeigte sich mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2012 zufrieden und ging auf einzelne Zahlen besonders ein. Bei der Bilanzposition „Forderungen an Kunden“ konnte ein Zuwachs von fast 10 Millionen Euro nach Tilgung von 32 Millionen Euro verzeichnet werden und das bedeutet ein Neugeschäft von 42 Millionen Euro. „Wir haben eine gute Streuung nach Größenklassen und Branchen“, berichtete Brinkmann und ergänzte: „Die Schwerpunkte lagen in den Bereichen Gebrauchtimmobilien, Modernisierung/Renovierung, Photovoltaik und energiesparenden Maßnahmen.“ Nach wie vor ist das Zinsniveau niedrig. „Nutzen Sie es jetzt!“, appellierte er an die Anwesenden.
Die Erhöhung bei den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren entstand aufgrund des Anstiegs der Kundeneinlagen sowie durch rund 30 Millionen Wertpapier-Pensionsgeschäfte, die Anfang 2013 ausgelaufen sind. „Unsere Eigenanlagestrategie ist als konservativ zu bezeichnen, die aber ihre Früchte trägt“, resümiert Brinkmann.
Bei den Kundeneinlagen – „dem Öl der Bank“ – einschließlich der Inhaberschuldverschreibungen habe ein sehr erfolgreicher Anstieg um fast 18 Millionen Euro oder vier Prozent verzeichnet werden können. „Und das trotz eines veränderten Anlageverhaltens der Kunden bedingt durch das allgemein niedrige Zinsniveau und durch Konsum“, erläuterte Brinkmann. Aufgrund der Unsicherheiten der Euro-Schuldenkrise wurden sichere und kurzfristig verfügbare Anlagen stark nachgefragt. Bei den Spareinlagen wurden Wachstumssparbücher bevorzugt. „Diese Anlageform deckt die Kundenwünsche nach Sicherheit, jährlich steigendem Festzins und Verfügbarkeit“, erklärte Brinkmann und fuhr fort: „Erhebliche Einlagenabflüsse verzeichnen wir aufgrund von Erbfällen.“ Investitionen aus den Einlagen seien bei den Firmenkunden erfolgt. „Das Vermögen unserer Kunden bei unseren Verbundpartnern hat im vergangenen Geschäftsjahr fast 300 Millionen Euro erreicht. Hinzu kommen die Wertpapiervermögen unserer Kunden“, so Brinkmann weiter.
„Das bei uns und über uns angelegte Vermögen unserer Mitglieder und Kunden hat nun – unter Berücksichtigung der Einlagen, Guthaben und Rückkaufswerte innerhalb und außerhalb unserer Bilanz zusammen – 763 Millionen Euro erreicht“, sagte Brinkmann und sprach von einer beachtlichen Größenordnung. Die Bilanzsumme wies einen Betrag von 602 Millionen Euro aus. Der Anstieg um 53 Millionen Euro sei durch Wachstum bei den Kundeneinlagengeschäften und durch die Wertpapierpensionsgeschäfte entstanden.
Die Ergebnissituation bezeichnete Dieter Brinkmann als stabil. Das Zinsergebnis stand auch im Geschäftsjahr 2012 unter dem Einfluss des anhaltend niedrigen Zinsniveaus. Durch die Ausweitung des Kreditgeschäftes konnten die Zinserträge stabil gehalten werden. Im Wertpapiergeschäft sei ein leichter Rückgang zu registrieren, der aus der Finanz- und Staatenkrise resultiere. „Insgesamt jedoch ein erfreuliches Ergebnis“, so Dieter Brinkmann.
Das Bewertungsergebnis für Kredite und Wertpapiere stellt sich mit 949.000 Euro positiv dar. Insgesamt generiert die Volksbank eG einen Bilanzgewinn 2012 in Höhe von 1.166.573,13 Euro.
Weiterhin berichtete Brinkmann über den Vorschlag zur Gewinnverwendung. Aufsichtsrat und Vorstand schlugen vor, aus dem Bilanzgewinn 600.000 Euro in die Rücklagen einzustellen. Jeweils 300.000 Euro sollen in die gesetzliche Rücklage und in andere Ergebnisrücklagen fließen. „Des Weiteren empfehlen wir, an unsere Mitglieder erneut eine sechsprozentige Dividende auf die Geschäftsguthaben plus einen 150-Jahresbonus in Höhe von 150 Basispunkten, weitere 1,5 Prozent, also insgesamt 7,5 Prozent Dividende zu zahlen“, erläutert Dieter Brinkmann den Vorschlag zur Gewinnverwendung. In der Summe macht dies 558.281,83 Euro. Mit dem Gewinnvortrag ergeben sich insgesamt 1,166 Mio. Euro, was der Höhe des Bilanzgewinns entspricht.
Zum Abschluss sagte Dieter Brinkmann, dass in der heutigen Zeit oft von einer Odyssee der Banken gesprochen werde. „Bei uns ist es eine strukturiert geplante Reise.“
Ewald Dobler stellte in den folgenden Tagesordnungspunkten die Feststellung des Jahresabschlusses 2012 sowie die vorgeschlagene Gewinnverwendung sowie die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates den Vertretern zur Abstimmung vor. Alle Punkte passierten die Versammlung reibungslos.
Der folgende Tagesordnungspunkt befasste sich mit den Wahlen zum Aufsichtsrat. Christian Geries und Holger Kleimann schieden mit dieser Vertreterversammlung turnusgemäß aus dem Aufsichtsrat aus, wurden von der Vertreterversammlung aber wiedergewählt. Altersbedingt verabschiedeten sich Otto-Karl Behrens und Hermann Klemme aus dem Aufsichtsrat.