Birkner: „Allein der politische Beschluss reicht nicht“

Landvolkvorsitzender Jürgen Hirschfeld bei seiner Ansprache.
 
Umweltminister Birkner: „Qualität vor Quantität“.

Umweltminister bei 12. Bauernvesper / Trinkwasserschutz, regenerative Energien und Flächenverbrauch im Fokus

Auf Einladung des Landvolks Braunschweiger Land war Umweltminister Stefan Birkner Gast bei der 12. Goslarer Bauernvesper. Gastgeber, Landwirt Torsten Probst, begrüßte die 120 Gäste und stellte die besonderen Herausforderungen des Wirtschaftens in Wasserschutzgebieten heraus. Landwirtschaft mache Spaß, sei aber eine ständige Herausforderung. Probst erwartet von der Politik „verlässliche langfristige Entscheidungen damit die hohen finanziellen Aufwendungen für die betrieblichen Entwicklungen auch sicher sind.“
Bei angenehmen Temperaturen wurden die Gäste der Goslarer Bauernvesper von der Harz-Energie mit frischem Seesener Leitungswasser aus den Brunnen rund um die Höfe am Brillteich empfangen. Trinkwasserschutz, regenerative Energien und Flächenverbrauch waren denn auch die Schwerpunkte des politischen Teils der Bauernvesper. Der zahlreiche Besuch von Bürgermeistern, Parlamentsabgeordneten, Wirtschafts- und Verbandsvertretern und Behördenvertretern – auch Landrat Stephan Manke war mit von der Partie – zeigte das große Interesse an dem Themenkomplex.
Landvolkvorsitzender Jürgen Hirschfeld machte gegenüber Umweltminister Stefan Birkner deutlich, dass die freiwilligen Vereinbarungen zum Schutz des Trinkwassers in Wassereinzugsgebieten auch für die Zukunft zwingend erforderlich seien. Nur mit ausreichender Vorsorge sei die hohe Qualität unseres Trinkwassers für die Zukunft gesichert. Die Konkurrenz um Wasser werde auch in den hiesigen Regionen zunehmen – und: „Bei immer längeren Trockenperioden wird auch für die Landwirtschaft der Wasserbedarf steigen.“
Landwirtschaftliche Flächen seien die Grundlage der Ernährung und in Zukunft auch Teil der Energieversorgung. Der Flächenverbrauch für außerlandwirtschaftliche Maßnahmen müsse stark begrenzt werden. Nur so seien die Ernährung und die Energieversorgung der Weltbevölkerung in der Zukunft gesichert. Regenerative Energien hätten Einfluss auf Landwirtschaft und Landschaft. Daher müssten Landwirtschaft und Bevölkerung „mitgenommen“ werden. Es müsse ein echter Vorteil sein, „dass wir in den ländlichen Regionen Niedersachsens Energie erzeugen. Wir sind nicht dafür da, dass in Bayern Energie billig ankommt.“
Umweltminister Birkner ging in seiner Rede auf die angesprochenen Punkte ein. Auch für die Zukunft seien die freiwilligen Vereinbarungen in den Wasserschutzgebieten gesichert. Natürlich müssten Details neu besprochen werden. Es sei unausweichlich, dass nach dem Beschluss zur Energiewende weitere Windkraftanlagen gebaut werden. Birk­ner betonte in diesem Zusammenhang, dass allein der politische Beschluss nicht reiche, sondern die Menschen auch davon überzeugt sein müssten.
Zum Thema „Landverbrauch“ stellte auch Umweltminister Birkner klar, dass es ein „weiter so“ nicht geben könne. Bei den Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, egal ob im öffentlichen oder privaten Bereich, müsse der Grundsatz „Qualität vor Quantität“ wesentlich stärker beachtet werden. Die schon länger diskutierten Gesetzesinitiativen hierzu müssten endlich beschlossen werden, und „der politische Wille vieler Beteiligter muss auf die Praxis Einfluss nehmen.“
In einer angeregten Diskussion wurden viele Aspekte weiter vertieft. Anschließend kredenzten die Landfrauen Kaffee und Kuchen; bei diesem Gaumenschmaus standen die persönlichen Gespräche im Mittelpunkt.