Bleibt Poststraße doch eine Einbahnstraße?

Prof. Dr. Rainer Hobigk stellte die Entwürfe zur Sanierung vor.
 
Unter den Zuhörern befanden sich vor allem die betroffenen Anlieger und einige Ratsmitglieder.

Entwürfe zum nächsten Teil der Stadtsanierung lösen vielfältige Diskussionen aus

Viele Anlieger und Geschäftstreibende der Poststraße, aber auch interessierte Bürger und einige Vertreter des Stadtrates waren am Dienstagabend ins Bürgerhaus der Stadt Seesen gekommen, um sich aus erster Hand über die vorliegenden Entwürfe zur geplanten Sanierung der Postraße zu informieren.
Im Rahmen der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme ist bekanntlich vorgesehen, die Poststraße in nicht unerheblichem zu erneuern.

Entsprechend den Zielsetzungen des städtebaulichen Rahmenplans soll die Attraktivität als fußgängerorientierte Einkaufsstraße und gut gestaltete Verbindungsachse zwischen dem Bahnhof und dem engeren Stadtzentrum erhöht werden.
Nach einer Einführung durch Bürgermeister Erik Homann, der darauf hinwies, dass sich eine Arbeitsgruppe bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, und gemeinsam mit Professor Dr. Rainer Hobigk von der Infraplan-Gesellschaft für Infrastrukturplanung mbH Vorentwürfe ausgearbeitet worden sind, stellte Experte Hobigk die Vorgehensweise und die Entwürfe vor.
Zunächst, und in dieser Phase, befinde man sich, wolle man anhand der Vorentwürfe und dem Stimmungsbild der Bürger zu einem konkreten Entwurf kommen, der dann im nächsten Schritt zur Ausführungsplanung komme, um letztendlich die Maßnahme umzusetzen. Knackpunkt in den Vorentwürfen, waren vor allem zwei Fragen. Soll die Poststraße weiterhin lediglich als Einbahnstraße befahrbar sein oder ist eine Zweirichtungsvariante denkbar? Für letztere hatte sich die Arbeitsgruppe im Vorfeld ausgesprochen. An den Fahrbahnrändern soll eine Baumreihe entstehen, die im Bereich ab der Abzweigung zur Jacobsonstraße bis zur Ecke Poststraße / Bahnhofstraße in eine Allee mündet. Allein dieser Vorschlag sorgte für reichlich Diskussionsstoff. So gab es aus den Reihen der Anwesenden sowohl Beführworter einer geöffneten Straße in beide Richtungen, aber auch viele Stimmen, die sich dafür aussprachen, dass die Planung weiterhin Einbahnstraßenverkehr vorsehe.
Wie Bürgermeister Homann schnell einsehen musste, war es nicht einfach, allen Wünschen Rechnung zu tragen, da jede Alternative positive aber auch negative Effekte nach sich ziehen würde. Um ein besseres Stimmungsbild zu bekommen, ließ er per Handzeichen abstimmen. Überraschenderweise sprach sich die klare Mehrheit für eine Beibehaltung als Einbahnstraße aus. Das würde die Arbeitsgruppe und die Pläne von Prof. Dr. Hobigk weitestgehend über den Haufen werden.
Die zweite wichtige Frage, die es zu klären galt, war die nach dem Parkraum in einer neugestalteten Poststraße. Hier meldeten sich vor allem die Gewerbetreibenden zu Wort, die natürlich dafür plädierten, für die Parkplätze einen großzügigen Raum vorzusehen.
Vorgesehen ist im Entwurf, dass zwischen den Bäumen Einstellplätze geschaffen werden. In der Summe aber acht weniger als bisher. Letztlich stellte sich auch die Frage, ob Seesen ein Parkplatzproblem habe. Auch hier wurde klar, dass es kaum eine Lösung geben kann, die alle Interessen berücksichtigt.
Weiterhin kam die Frage auf, ob man im Rahmen der Stadtsanierung einen historischen Brunnen, wie er einst an der Ecke Poststraße / Lange Straße gestanden habe, in das Straßenbild mit einbeziehen könnt. Wie Professor Hubigk dazu mitteilte, sei der Gedanke nicht sofort abzulehnen, aber man müsse auch wissen. dass Brunnenprojekte immer auch mit hohen Kosten verbunden sind.
Apropos Kosten: Bauamtsleiter Alexander Nickel teilte auf Nachfrage mit, dass die Anlieger zwar nicht – wie beispielsweise beim erfolgten Ausbau der Zimmerstraße – mit Straßenausbaugebühren zur Kasse gebeten werden, sich aber darauf einstellen müssten, dass entsprechende Wertsteigerungen des Eigentums umgelegt werden. 
Dies sei aber ein durchaus gängiges Verfahren, dass bereits bei ähnlichen städtischen Sanierungen in Städten wie Duderstadt oder Bad Gandersheim erfolgreich praktiziert worden sei.