Brandruine in Jahnstraße: Anbau stürzt ein

Dieser Anbau im rückwärtigen Teil des ausgebrannten Hauses in der Jahnstraße ist in sich zusammengefallen. (Foto: Knoblich)

Gebäudeteile landen in Nachbars Garten / „Keine Gefahr für öffentliche Sicherheit“

Von Karsten Knoblich, Seesen

Es war nur eine Frage der Zeit, wann es mit dem im August 2008 ausgebrannten Haus in der Jahnstraße 20 einmal Probleme geben würde. Direkt neben einer solchen Ruine zu wohnen, ist auch nicht gerade erbaulich. Das weiß Nachbarin Sigrid Eiland nur allzu genau. Dass damit – einmal ganz abgesehen vom verwahrlosten optischen Gesamteindruck samt Wildwuchs im verwaisten Garten – auch nicht unerhebliche Gefahren verbunden sind, musste sie jetzt leidvoll erfahren.
Vor dem Hintergrund des stürmischen Wetters der vergangenen Tage hatte ihr Sohn sich noch mehr oder weniger im Spaß Sorgen um die Standfestigkeit der Bäume im eigenen Garten gemacht. „Und dann gab es tatsächlich einen ordentlichen Rums“, sagt Sigrid Eiland. Ein Blick nach draußen zeigte: Den Bäumen ging es gut, einem Teil des Gartens eher weniger. Ursächlich für den Lärm war nämlich das seit Jahren leerstehende Haus nebenan. Frost, Niederschläge, Sonne – äußere Einflüsse hatten über die Jahre ganze Arbeit geleistet und dafür gesorgt, dass dort ein aus Holz und Ziegelsteinen errichteter Anbau einfach in sich zusammengefallen war. Teile der Außenmauer stürzten in den Eiland'schen Garten auf die Umzäunung und zerstörten diese in Teilbereichen.
Schnell war die Polizei davon in Kenntnis gesetzt, die wiederum den Fachbereich Ordnung der Stadt Seesen informierte. Dessen Leiter, Uwe Zimmermann, handelte schnell und schaltete das für derartige Fälle zuständige Bauordnungsamt des Landkreises Goslar ein. Aus gutem Grund übrigens: Nach diesem Vorfall musste schließlich davon ausgegangen werden, dass das Gebäude im Ganzen eine Gefahrenquelle darstellt. Direkt vor dem Haus verläuft ein Fußweg, gegenüber befindet sich die Grundschule. Kaum auszudenken was passieren könnte, wenn weitere Teile des Hauses einstürzten.
Doch aus Goslar kam Entwarnung. „Die Überprüfung hat ergeben, dass die Fassade nach vorn völlig unbedenklich, also standsicher, ist“, teilte Uwe Zimmermann auf Anfrage mit. Mit Blick auf die fachliche Stellungnahme gehe von dem Haus also keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit aus.
Und was ist mit den Nachbarn? Die haben jetzt erst einmal den Schaden und müssen sich zwecks Regulierung desselben nun mit dem Grundstückseigentümer in Verbindung setzten. Bis dahin bleibt zu hoffen, dass sich im hinteren Teil des Gebäudes nicht noch mehr Bausubstanz „selbstständig“ macht. Ein größerer Gebäuderest ist schon in bedrohlicher Schieflage...