Braunschweiger Synode plant drastische Einsparungen

Reduzierung des Personalbestandes in der Verwaltung und Zuschusskürzung für Kindergärten im Gespräch

Goslar (epd). Ein Papier mit drastischen Sparmaßnahmen soll in der kommenden Woche von der Landessynode der braunschweigischen Landeskirche verabschiedet werden. Unter anderem soll der Zuschuss der Landeskirche für das Diakonische Werk von zwei Millionen Euro auf eine Million Euro halbiert werden. Die Synode tagt vom 18. bis 20. November in Goslar.
Das Papier sieht außerdem vor, den Personalbestand in der Verwaltung „sozialverträglich möglichst um 20 Prozent zu reduzieren“. Der ehemalige Landessynodale Dietrich Kuessner berichtet in der von ihm herausgegebenen Publikation „Kirche von unten“, dass Kirchenregierung und Landeskirchenamt die Zahl der Gemeindepfarrstellen in den nächsten zehn Jahren von etwa 220 auf 170 reduzieren wollen.
Die Landeskirche will dem Papier zufolge keine Neubauten mehr finanzieren und die Zuschüsse für die Frauenhilfe drastisch zurückfahren. Die Familienbildungsstätten in Wolfenbüttel und Salzgitter sollen zusammengelegt werden. Angesichts des Konsolidierungsdruckes müsse auch der Zuschuss für die Kindergärten 2012 und 2013 jährlich um 3,5 Prozent gekürzt werden, heißt es.
Das Papier wurde im Auftrag der Landessynode von einer Projektgruppe erarbeitet und von der Kirchenregierung autorisiert. Ziel sei eine „einnahmen- orientierte Ausgabenpolitik“ ohne Griff in die Rücklagen. Deshalb müssten im Doppelhaushalt für die Jahre 2012 und 2013 zusammen etwa sieben Millionen Euro eingespart werden. Die Reformvorschläge erreichen laut Sparpapier etwa die Hälfte dieses Ziels.
Der Beschlussvorlage zufolge ist die Mitgliederzahl der Landeskirche seit 1985 von 525.000 auf 386.000 gesunken. Wenn sich diese Entwicklung fortsetze, habe die Landeskirche in zehn Jahren knapp unter 320.000 Mitglieder. Die Kirchensteuereinnahmen sind von 71 Millionen Euro im Jahre 2000 auf etwa 63 Millionen zurückgegangen. Berechnungen des Landeskirchenamtes gehen für 2015 nur noch von 42 Millionen Euro bis 48 Millionen Euro aus. Die Pressestelle der evangelischen Landeskirche wollte Details weder bestätigen noch dementieren. Kirchensprecher Michael Strauß begründete das mit dem Hinweis darauf, dass das Landeskirchenamt der Diskussion in der Landessynode nicht vorgreifen wolle.