Bronze bei der Norddeutschen Meisterschaft

Lippke mit seinen Trainern Wolfgang Hasprich (links) und Oliver Keck in Herne bei den Deutschen U18-Meisterschaften. Hier gab es nach drei gewonnenen und zwei verlorenen Kämpfen den 9. Rang.

Judo: Jannis Lippke erreicht die Deutsche Meisterschaft und wird dort Neunter

Bei den Norddeutschen Judomeisterschaften in Hollage bei Osnabrück erkämpfte sich Jannis Lippke vom Judo-Club Goslar aus der Abteilung Seesen die Bronzemedaille.

In seinem Pool der mit 15 Kämpfern besetzt war konnte er seinen ersten Kampf mit einem tai-otoshi gewinnen, das gab sofort Selbstvertrauen für die nächsten Kämpfe. In seinem zweiten Kampf setze er sich mit einer kleinen Wertung, die mit einem yuko auf der Anzeige stand, durch. Der dritte Kampf brachte einen kleinen Einbruch seiner vorher guten Leistung, die dann auch prompt bestraft wurde. Durch Unachtsamkeit lief er in einen Wurf seines Gegners der ihn dann mit einem harei-goshi zu Fall brachte.
Im letzten Kampf ging es dann noch einmal heiß her. Durch einen waza-ari geriet Jannis in Rückstand, konnte aber die nächste Situation für sich nutzen und bekam dafür einen Ippon, hätte somit den Kampf gewonnen. Da sich die Kampfrichter aber nicht einig waren wurde der Punkt in einen Waza-ari umgewandelt und der Kampf ging weiter. Aber mit einem Schulterwurf, der mit einen waza-ari belohnt wurde, konnte er schließlich die Begegnung für sich entscheiden und hatte mit dem 3. Platz die Fahrkarte zur Deutschen Meisterschaft in der Tasche.
Nicht ganz so gut erging es seiner Schwester Sina. Ihre erste Begegnung konnte sie noch souverän mit einem yuko und anschließendem Wurf, der mit einem Haltegriff abgeschlossen wurde, gewinnen. Der zweite Kampf ging mit Ippon verloren.
Jetzt lagen alle Hoffnungen in der Trostrunde die auch gut begann, Sina konnte den Kampf durch einen waza–ari für sich entscheiden. Allerdings verlor sie nach Führung mit yuko und waza-ari ihren Kampf ums Treppchen in den letzten Sekunden vor dem Ende noch mit Ippon und damit war der Traum von den Deutschen Meisterschaften zu Ende. Trotzdem konnte sie mit ihrer Leistung zufrieden sein.
Am vergangenen Wochenende war es dann so weit, das Trainerteam Wolfgang Hasprich und Oliver Keck und die persönliche Betreuerin, Mama Sonja, begleiteten Jannis zu seiner ersten Deutschen Meisterschaft in der Altersklasse U18 nach Herne. Dort trafen sich aus allen 16 Bundesländern die qualifizierten Kämpfer ihrer Gewichtsklassen.
Mit den Damen, die erst am Sonntag ihre Kämpfe austrugen, waren 404 Teilnehmer gemeldet. Jannis startete in der Klasse bis 73 Kilogramm mit 24 Teilnehmern. In seinem ersten Kampf musste er gegen Pascal Stock aus Thüringen antreten. Man merkte schon, das Jannis sehr nervös begann und auch sofort in Rückstand geriet. Aber je länger der Kampf dauerte um so besser stellte er sich auf seinen Gegner ein. In der letzten Minute drehte sein Kontrahent ein und Jannis konterte mit einem Fußwurf, für den er einen Ippon bekam und somit den Kampf gewann. Der zweite Kampf war schwer, er bekam es mit dem späteren Bronzemedaillen-Gewinner Max Henke zu tun. Jannis wehrte sich mit allen Mittel, musste sich aber kurz vor Ende der Kampfzeit mit einem Haltegriff geschlagen geben. Und damit ging der Weg nach vorn nur noch über die Trostrunde.
Nach einer etwas längeren Wartezeit konnte Jannis dann wieder in das Geschehen eingreifen. Sein Gegner Marco Heimsch kam aus Württemberg und sah lange Zeit als Sieger aus. Trotzt einiger guter Angriffe konnte sich Jannis nicht durchsetzen und mit drei Strafen und einem waza–ari lag er schon fast hoffnungslos zurück. Aber in den letzten zehn Sekunden der Kampfzeit brachte er seinen Gegner mit einem Fußwurf zu Fall und konnte ihn dann mit Haltegriff besiegen. Da war die Freude bei den Trainern riesig.
Danach bekam er ausgerechnet einen Teamkollegen aus Niedersachsen, Jens Krüger, vorgesetzt. Gegen den hatte er noch bei der Norddeutschen verloren und hatte sich dieses Mal viel vorgenommen. Nach verbissenem Kampf konnte Jannis mit einem tani-otoshi werfen, bekam einen Ippon und hatte den Kampf gewonnen. Jetzt keimten auch bei den Trainern die Hoffnung auf, dass es bis weit nach vorne reichen könnte. Alle fieberten jetzt auf den nächsten Kampf hin. Diesmal ging es gegen Tom Blechschmidt aus Thüringen, der schon im Vorfeld sehr gute Kämpfe abgeliefert hat. Und es kam wie man es vermutet hatte, Jannis verließen so langsam die Kräfte und so verlor er nach tollem Einsatz seinen letzten Kampf und belegte damit den 9. Platz.
Hasprich und Keck waren mächtig stolz auf ihren Schützling und haben sich mit ihm vorgenommen, das Unterfangen Deutsche Meisterschaft im nächsten Jahr wieder in Angriff zu nehmen.