Buch aus Liebe zur urspünglichen Heimat Goslar geschrieben

Marion Henneberg. (Foto: Agentur)

Zum Abend mit Marion Henneberg im Bündheimer Schloss / „Die Tochter des Münzmeisters"

Sicher zog die Hochzeit am englischen Königshaus mehr als die Geschehnisse von einst an den Königshäusern vor unserer Haustür. Diejenigen, die dennoch gekommen waren, führte Marion Henneberg auf eine spannende Zeitreise ins Goslar und auf die Harzburg im 11. Jahrhundert. Der Roman setzt nach dem Tod Heinrichs III im Jahr 1056 ein. Die junge Henrika führt mit ihrem Vater ein beschauliches Leben und ahnt nicht, dass auf der Harzburg der Gesandte des Königs, Randolf von Bardolfsburg und sein Begleiter Folkmar über ihr Schicksal entscheiden. Sie soll nach dem Willen des Kaisers einen Mann heiraten, dessen Vater Schuld am Unglück ihrer Familie trägt.
Auf einem Ritt zu Goswins Hof wird Henrika überfallen. Einer der Angreifer setzt sich zu ihr aufs Pferd. Es gelingt Henrika, ihn abzuschütteln und lässt sich von da an nicht mehr mit Ausflüchten und Schönreden über ihre Mutter Hemma abspeisen. Sie stellt sich der Vergangenheit, will durch die Heirat die Ehre ihres Großvaters wieder herstellen.
In einem anderen Kapitel schafft sie es, mit Guntrams Hilfe, durch den Brunnenschacht auf die Harzburg und damit zum Kaiser zu kommen. Die Zuhörer spürten, dass Henrika immer mehr in die Geschehnisse hineingezogen wird. Marion Henneberg pendelt zwischen der Vergangenheit, als Hemma noch lebte und dem Denken und Handeln von Tochter Henrika. Sie beschreibt Hemma als impulsive Frau, die zuletzt mit allem haderte und deren Tragik sich an der Tochter zu wiederholen scheint. Aller Dramatik zum Trotz ließ Marion Henneberg ein glanzvolles höfisches Leben auf der Harzburg und beim großen Hoftag auf der Kaiserpfalz durch viele Details lebendig werden. Ihr Roman („Die Tochter des Münzmeisters") zeugt von gründlicher Recherchearbeit. Fündig wurde sie vor allem im Goslarer Stadtarchiv und beim Förderverein Historischer Burgberg. Sie, die studierte Betriebswirtin, schrieb dieses Buch aus Liebe zur ihrer ursprünglichen Heimat Goslar. „Es ist immer eine Gratwanderung zwischen einem rein auf Fakten basierendem Geschichtsbuch und einem Roman, den die Leute gerne lesen“, so Henneberg. Die hat sie erfolgreich gemeistert. Dabei war der Anfang nicht leicht. Dennoch erhielt sie viel Beifall, es entspann sich eine angeregte Diskussion. Mancher ließ sich sein Buch von der sympathischen Schriftstellerin signieren.