„Bürger beiInnenstadtsanierung mehr beteiligen“

Bündnis 90 / Die Grünen bringen Antrag ein / Drei-Punkte-Plan vorgelegt / Ladwig: „Einmalige Chance“

Seesen (bo). Die Bürger der Stadt Seesen bei der anstehenden Stadtsanierung aktiv zu beteiligen und sich für eine qualitätsvolle Gestaltung der Straßenräume im Sanierungsgebiet einzusetzen – dieses Ziel haben sich die Mitglieder von Bündnis 90 / Die Grünen in Seesen gesetzt. Aus diesem Grund hat Fraktionsmitglied Sven Ladwig einen Antrag eingebracht, das weitere Vorgehen in der nächsten Ratssitzung, am 21. Dezember, zu behandeln.
Gegenstand des Anliegens ist ein Drei-Punkte-Plan, der im ersten Schritt die Beteiligung interessierter Bürger, Immobilieneigentümer und insbesondere Anwohner in Form gemeinsamer Workshops vorsieht, wie Sven Ladwig gegenüber dem „Beobachter“ verdeutlicht. Die von einem geeigneten Fachmann moderierten Arbeitstreffen, sollten demnach sowohl die aktuellen Defizite, als auch die „schlummernden Potenziale“ im Sanierungsgebiet identifizieren. Den Anliegern, so Ladwig, wäre damit die Möglichkeit gegeben, sich direkt am Planungsprozess zu beteiligen, die eigenen Wünsche und Vorstellungen zu äußern, aber auch die Grenzen einer Planung kennen zu lernen, die beispielsweise durch die vorhandene Bebauung, das Baugesetz oder notwendige Verkehrs- und Bewegungsräume gegeben sind. „Selbst wenn letztlich nicht jeder einzelne Vorschlag umgesetzt werden kann, wird den Bürgern mit diesem Prozess ein wesentlich größeres Mitspracherecht eingeräumt, als bei der obligatorischen Anwohnerversammlung nach Fertigstellung der Planung“, erklärt Fraktionsmitglied Ladwig.
Die Ergebnisse der Workshops sollen nach den weiteren Vorstellungen der Grünen, in einem zweiten Schritt, in die Aufgabenstellung eines freiraumplanerischen und städtebaulichen Wettbewerbs einfließen, an dem neben ortskundigen Fachleuten, auch externe Planer beteiligt werden sollen.
Die Durchführung eines solchen Verfahrens würde die Stadt Seesen in die Lage versetzen, bei überschaubaren finanziellen Mitteln eine Vielzahl von Ideen und Planungsvorschlägen zu generieren und die eingereichten Entwürfe sowohl nach gestalterischen, als auch funktionalen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu bewerten und auszuwählen. Sven Ladwig: „Diese einmalige Chance wäre mit der Beauftragung nur eines Planers nicht gegeben!“
Der dritte Punkt des eingereichten Antrags sieht vor, die Bürger der Stadt Seesen ständig über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren. Dies soll sowohl über das Internet, als auch über einen dauerhaften Aushang an prominenter Stelle, im öffentlichen Raum in der Innenstadt Seesens geschehen. Vorstellbar wären beispielsweise Standorte am Rathaus oder an einer Schaufensterscheibe eines leerstehenden Geschäftes.
Über die Installation eines Briefkastens bzw. die Angabe von Telefonnummer und E-Mail-Adresse eines Ansprechpartners, wäre zudem die Möglichkeit gegeben, unmittelbar Vorschläge einzureichen.
Wie die Grünen abschließend mitteilen, werde den Mitgliedern des Seesener Stadtrats mit dem eingebrachten Antrag die Möglichkeit gegeben, sich für eine umfassende und wegweisende Bürgerbeteiligung bei der Innenstadtsanierung Seesens einzusetzen.