Bürgerinitiative zeigt sich enttäuscht

Frank Ebbighausen: „HGÜ-Erdverkabelung nicht näher untersucht“

Seesen (bo). Wie bereits am Sonnabend vom „Beobachter“ berichtet, hat das Thema 380-kV-Leitung mit der Vorstellung der Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens (ROV) zum Verlauf der Hochspannungs-Trasse Wahle-Mecklar neuen Schwung erfahren. Im Zuge der Zusammenkunft wurde vom Verfahrensführer Günter Piegsa den Teilnehmern das Ergebnis des ROV vorgestellt. Wie von Landwirtschaftsminister Lindemann im August verkündet, wird die Trasse 2 als Vorzugstrasse in das Planfeststellungsverfahren gehen. Bei diesem Verlauf werden die geringsten Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt gesehen, obwohl es aus Sicht der Behörde mehrere Punkte gibt, bei denen der Trassenverlauf noch optimiert werden kann.
Nun hat sich auch die Bürgerinitiative „Der Ambergau wehrt sich“ zu Wort gemeldet. Kritisch angemerkt wurde, dass die fast 240-seitige Ausarbeitung nebst Kartenmaterial erst einen Tag vor der Sitzung am vergangenen Donnerstag zugestellt wurde und somit eine intensive Auseinandersetzung nicht möglich war.
Frank Ebbighausen, Sprecher der Bürgerinitiative: „Wir haben bedauert, dass eine HGÜ-Erdverkabelung nicht näher untersucht wurde. Das Verfahren hat nur die vom Netzbetreiber beantragten Trassenvarianten und –techniken berücksichtigt. Insofern wurde das ROV eher als bürgerfeindlich empfunden.“
Daneben, so Ebbighausen, bestünden vor dem Hintergrund des angestrebten Umbaus der deutschen Energieversorgung Zweifel, ob die noch auf Planungen der DENA Netzstudie 1 basierende Trasse Wahle-Mecklar überhaupt noch notwendig sei. Der Ausbaubedarf steht jedoch seitens des Netzbetreibers Tennet außer Frage. Man rechnet – wie berichtet – nach wie vor mit einer Fertigstellung bis Ende 2015. Ziel der Bürgerinitiativen bleibe es, eine volle Erdverkabelung zu erreichen.
Angedacht ist es, den Arbeitskreis in regionale Runde Tische zu überführen, bei denen neben Tennet, Bürgerinitiativen und Kommunen auch die Planungsbehörde sowie Vertreter von Umweltverbänden und der Land- und Forstwirtschaft einbezogen werden sollen.
Der genaue Rahmen soll in einer weiteren Sitzung im Januar festgelegt werden. Tennet hat für diesen Zweck extra die Stelle eines Beauftragten für den Bürgerdialog geschaffen.