Bundesweite Vorbildfunktion

Mit Livemusik und vielen Aktionen wurde das 25-jährige Bestehen des Elternhauses für das krebskranke Kind gefeiert.
 

Göttinger Elternhaus an der Kinderklinik feiert 25-jähriges Bestehen

Über 500 Besucher waren der Einladung der Göttinger „Elternhilfe für das krebskranke Kind“ gefolgt und feierten auf dem Gelände in unmittelbarer Nähe der Kinderklinik den 25. Geburtstag des Elternhauses. Prominente Gäste zollten der Einrichtung ihre Hochachtung.
„Wir sind überwältigt von der Resonanz unserer Einladung. Mit so vielen Gästen haben wir nicht im Traum gerechnet. Es zeigt, wie sehr unser Elternhaus im Bewusstsein der Bevölkerung verankert ist“, sagte die 1. Vorsitzende der Elternhilfe, Susanne Schulze-Konopka.
Auch eine Reihe prominenter Gäste dokumentierten durch ihre Anwesenheit, wie sehr ihnen das Elternhaus am Herzen liegt, so die stellvertretende Landtagspräsidentin Gabriele Andretta, der Göttinger Bundestagsabgeordnete Lutz Knopek, der Abgeordnete des Hessischen Landtages, Dieter Franz, und die stellvertretende Bürgermeisterin von Göttingen, Helmi Behbehani sowie die stellvertretende Landrätin von Göttingen, Maria Gerl-Plein. Auch die Kinderklinik war durch ihre leitenden Direktoren Prof. Jutta Gärtner, Prof. Thomas Paul und Prof. Christof Kramm vertreten.
In ihren Grußworten würdigten einige der genannten Gäste die Arbeit des Elternhauses und des Elternvereins. Insbesondere betonten die Vertreter der Kinderklinik, wie wichtig für die Familien der erkrankten Kinder das Elternhaus sei, sowohl um in unmittelbarer Nähe ihrer Kinder übernachten zu können, als auch Trost und Hilfe bei den psychosozialen Fachkräften des Elternhauses finden zu können.
Der 1. Vorsitzende des Dachverbandes der Elternvereine für krebskranke Kinder, Ulrich Ropertz, berichtete aus eigener Erfahrung, dass das Göttinger Elternhaus für manche Elternhäuser in der Bundesrepublik Vorbild gewesen sei und viele Anregungen geliefert habe.
Otfried Gericke, 2. Vorsitzender der Elternhilfe, schilderte, wie aus der Selbsthilfegruppe der Träger einer sozialen Einrichtung mit vielfältigen Aufgaben geworden war und welche Ziele der Verein sich für die Zukunft gesetzt hat:„Wir fordern von den Krankenkassen die Anerkennung der psychosozialen Begleitung der Familien als Teil der medizinischen Versorgung schwerkranker Kinder und den Ausbau der ambulanten Versorgung.“
In seinem Dank an die Spender hob der Kassenwart des Vereins, Harald Germandi, besonders die großartige Unterstützung durch den Herrenabend in Harriehausen hervor. Nach dem offiziellen Teil wartete ein buntes Programm auf die Besucher. Für die Kinder war mit einer Schminkaktion, einer Schokowurfmaschine und einer Buttonmaschine besonders gesorgt. Wer einmal das Elternhaus und die nähere Umgebung von oben ansehen wollte, konnte sich von einer Hebebühne in die Höhe tragen lassen. Die 1500 Lose der Tombola waren schnell ausverkauft. Auch für Livemusik war gesorgt.
Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, das Haus zu besichtigen und sich über die Arbeit des Hauses zu informieren. Erschöpft, aber glücklich, dass alles so gut geklappt hatte, beendeten die Mitarbeiter und vielen Helfer den Tag.



Das Elternhaus der „Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen e.V.“ wurde von betroffenen Eltern, geplant und in unmittelbarer Nähe der Universitätskinderklinik gebaut. Der Bau des Elternhauses wurde damals überwiegend über Spenden finanziert. Seit Juni 1988 steht das Haus den betroffenen Familien als ein „Zuhause auf Zeit“ offen. Innerhalb dieser Zeit wohnten über 4.500 Familien im Elternhaus, durchschnittlich sind es circa 220 Familien jährlich. Vier von fünf der betroffenen Familien wohnen in einer Entfernung von über 50 Kilometern.
Im Elternhaus werden in vielfältiger Weise Familien von krebs- und anders schwer erkrankten Kindern betreut und begleitet. Unabhängig von der Erkrankung finden Eltern für die Zeit, in der ihr Kind in der Klinik liegt, ein Zuhause im Elternhaus. Ein psychosoziales Team steht den Eltern beratend zur Seite, organisiert Hausabende, bei denen die Eltern sich untereinander kennenlernen, kümmert sich um die gesunden Geschwister und besucht auf Wunsch die Familien nach der stationären Therapie zu Hause, insbesondere wenn es für die Kinder keine Hoffnung auf Heilung mehr gibt.
Außerdem hilft der Verein Familien, die durch den langen Krankheitsverlauf in finanzielle Not geraten sind. Zusätzlich werden die Stationen unterstützt, zum Beispiel, um für die Kinder auf den Stationen Bastelmaterial, Spiele und Ähnliches zu kaufen. Das Elternhausteam veranstaltet jährlich ein Sommerfest und ein Weihnachtsfest für die Familien sowie Aktionstage für betroffene Kinder und Jugendliche und deren Geschwister. Auch Wochenenden für Eltern, deren Kind verstorben ist, finden regelmäßig statt und werden von der Elternhilfe finanziert.
Da das Elternhaus keine Gelder aus öffentlichen Mitteln erhält und die Krankenkassen nur 1/3 der Kosten decken, ist das Elternhaus seit über 25 Jahren auf Spenden angewiesen. Spendenkonto: Sparkasse Göttingen – Kto-Nr. 83 006, BLZ 260 500 01 oder Volksbank Göttingen Kto-Nr. 247 008 000, BLZ 260 900 50. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.elternhaus-goettingen.de oder 0551/374494.