CDU/FDP sucht Dialog mit der Innenstadt

Möglicher Schützenplatz-Verkauf: „Noch keine Entscheidung gefallen“ / Politiker zu Gast beim SV Union Seesen

Wie im Sommerhalbjahr üblich, besuchte die CDU/FDP-Gruppe jetzt wieder eine der Einrichtungen in der Stadt Seesen. Diesmal war es das Vereinsheim von SV Union Seesen. Vorsitzender Werner Mroz stellte dabei die Strukturen des Vereins vor. Nach der Teilsanierung des Sportplatzes in den zurückliegenden Jahren kann man eine gut bespielbare und gepflegte Sportanlage vorweisen. Große Probleme bereiten dem Verein die laufenden Kosten. Gerade der Energiesektor belaste den Verein stark. Aus diesem Grund mussten auch einzelne Sparten geschlossen werden. Der Verein bemüht sich sehr um Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Hier wird ein großer Beitrag zu Integration geleistet. Ohne den Einsatz der Ehrenamtlichkeit wären die jungen Mitglieder im Verein kaum so gut zu betreuen. Der Vereinsvorsitzende zog eine erfolgreiche Bilanz, ohne die Schwierigkeiten, die immer wieder in den Vereinen entstehen, außen vor zu lassen. Die rückläufigen Mitgliederzahlen bei den Erwachsenen bereiten große Sorgen.
Erfreulich sei, dass nach einer Vorlage der Verwaltung nunmehr mit der Vermarktung des Sportplatzes an der Kurparkstraße begonnen werden kann. Nach diesen Planungen werden dort 14 Bauplätze entstehen, mit durchschnittlichen Grundstücksgrößen von rund 700 Quadratmetern. Die ersten Interessenten haben sich bereits gemeldet. Wenn der Verwaltungsausschuss zustimmt, wird zunächst das Vereinsheim abgerissen und dann eine Baustraße mit Kanälen eingerichtet. In der letzen Zeit hat sich die Nachfrage nach Bauplätzen im gesamten Stadtgebiet wieder erhöht. Somit kommt man mit der Erschließung dieser Bauflächen der herrschenden Interessenslage nach. Es geht nun darum, möglichst schnell ein Bebauungsplan für den ehemaligen VfL-Platz aufzustellen. Erst dann besteht Baureife. Geplant ist eine Einzelhausbebauung, die sich dem Umfeld anpasst.
Für den Seesener Schützenplatz gibt es drei Interessenten, die bereit wären, dort zu investieren. Die Stadt Seesen hatte die Investoren zu einer Sitzung im Bürgerhaus eingeladen. Daran nahmen Vertreter des Rates der Stadt Seesen aber auch die Interessengruppe des Markthauses teil. Ziel war es, im Vorfeld die Bedenken und Anregungen der Markthausbetreiber anzuhören und in die Gesamtbeurteilung einer möglichen Einzelhandelsansiedlung auf dem Schützenplatz zu erörtern. Nachdem die Schützenplatzinteressenten ihre Planungen vorgestellt hatten, wurden die Ratsvertreter umfassend informiert. Nun liegt es an den Fraktionen des Rates, wie es weiter geht.
Die CDU/FDP-Gruppe steht bei diesem Thema in einem intensiven Austausch mit den Meinungen der Bürger der Stadt. Auch und gerade die Einwände der Seesener Einzelhändler spielen bei den anstehenden Entscheidungen eine große Rolle. Es werde deshalb auch begrüßt, dass sich der Seesener Einzelhandel zu diesem Thema positioniert.
Dazu CDU-Fraktionsvorsitzender Rudolf Götz: „Es wurde noch keine Entscheidung getroffen“. In einer Gruppensitzung am 28. Juli (erst dann liegen alle zu beachtenden Fakten auf dem Tisch) werde man über das weitere Vorgehen beraten.
Schon jetzt lasse sich sagen, dass eine Schwächung der Innenstadt auf keinen Fall gewollt wird. Es sei aber ganz wichtig, dass die Markthausbetreiber am Jacobsonplatz deutliche Signale senden. Dazu gehören fertige Konzepte zur Sanierung der Parkpaletten an der Bahnhofstraße und eine zukunftsfähige Ausrichtung mit langfristigen Verträgen. Die Stadt Seesen hatte bei der Errichtung des Markthauses – gerade für den Parkbereich – erhebliches Entgegenkommen gezeigt. Mit der Sanierung der Jacobsonstraße werde die Innenstadt zusätzlich belebt und attraktiver werden.
Die CDU/FDP-Gruppe stehe zu ihrer Zusage, weitgehende Veränderungen nicht ohne den Einzelhandel an dieser Straße auf den Weg zu bringen.